Wenn Du dachtest, die Wechseljahre bringen nur Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen mit sich, dann hat Dein Immunsystem möglicherweise noch eine kleine Überraschung für Dich parat: Allergien. Ja, richtig gelesen! Die Zeit, in der Dein Körper beschließt, dass eine hormonelle Neukalibrierung fällig ist, kann auch bestehende Allergien auf das nächste Level bringen. Packen wir also die Niesattacken beim Schopf und finden heraus, was da los ist und was Du dagegen tun kannst.
Was sind Allergien?
Allergien sind Überreaktionen des Immunsystems auf normalerweise harmlose Substanzen, die als Allergene bezeichnet werden. Wenn eine Person, die allergisch auf ein bestimmtes Allergen reagiert, diesem ausgesetzt ist, identifiziert das Immunsystem die Substanz fälschlicherweise als schädlich. Daraufhin setzt das Immunsystem eine Abwehrreaktion in Gang, die Entzündungen, Schwellungen und verschiedene andere Symptome hervorruft.
Allergien entwickeln sich, wenn das Immunsystem bei der ersten Begegnung mit einem Allergen spezifische Antikörper (meistens Immunglobulin E oder IgE) produziert. Bei weiteren Kontakten mit demselben Allergen binden diese IgE-Antikörper an die Allergene und setzen eine Kette von immunologischen Reaktionen in Gang, die zur Freisetzung von Entzündungsmediatoren wie Histamin führen. Diese Mediatoren verursachen dann die typischen allergischen Symptome.
„Die Intensität Deiner Allergiesymptome kann sich ändern, und es könnte sein, dass Du mehr Medikamente benötigst, um dieselben Reaktionen zu kontrollieren. Du bist nicht alleine damit …“
Warum jetzt? Hormone spielen verrückt!
In den Wechseljahren fährt Dein Körper hormonell Achterbahn. Die Produktion von Östrogen und Progesteron, den weiblichen Geschlechtshormonen, schwankt und nimmt schließlich ab. Diese Hormone spielen aber nicht nur eine Rolle in Sachen Fortpflanzung, sondern beeinflussen auch das Immunsystem. Östrogen zum Beispiel wirkt sich auf die Produktion von Antikörpern aus und kann die Reaktion des Körpers auf Allergene verstärken.
Mehr als nur Hitzewallungen: Allergien schlagen zurück
Es ist also kein Wunder, dass Du plötzlich auf Pollen, Staub oder sogar Deine geliebte Katze stärker reagierst als zuvor. Die Intensität Deiner Allergiesymptome kann sich ändern, und es könnte sein, dass Du mehr Medikamente benötigst, um dieselben Reaktionen zu kontrollieren. Du bist nicht alleine damit – viele Frauen berichten von einer Verschärfung ihrer Allergiesymptome während dieser turbulenten Zeit.
Was Du tun kannst? Rüste Dein Allergie-Arsenal auf!
1. Wissen ist Macht
Informiere Dich über die spezifischen Auslöser Deiner Allergien und meide sie, wo es nur geht. Ja, es könnte bedeuten, dass Du die Gartenarbeit mal Deinem Partner oder den Kindern überlässt (nicht das schlechteste Szenario, oder?).
2. Medikamenten-Check
Spreche mit Deinem Arzt über Deine Symptome und Medikamente. Es ist wichtig, dass Dein Allergie-Management-Plan aktuell ist und an Deine sich verändernden hormonellen Bedürfnisse angepasst wird.
3. Lifestyle-Anpassungen
Eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung können Wunder wirken. Sie stärken nicht nur Dein allgemeines Wohlbefinden, sondern auch Dein Immunsystem, was Dir helfen kann, besser mit Allergien umzugehen.
4. Natürliche Hilfsmittel
Manche schwören auf natürliche Heilmittel wie Brennnessel oder Quercetin, ein Antioxidans, das in vielen Früchten und Gemüsen vorkommt und helfen kann, Allergiesymptome zu lindern. Aber Achtung: Immer erst mit einem Arzt abklären, bevor Du neue Mittel ausprobierst.
5. Hormontherapie?
In einigen Fällen kann eine Hormonersatztherapie (HRT) nicht nur gegen typische Wechseljahrsbeschwerden helfen, sondern auch die Allergiesymptome in Schach halten. Das ist aber wirklich eine individuelle Entscheidung, die gut überlegt und mit einem Facharzt besprochen sein will.
Zum Schluss
Allergien sind lästig, keine Frage, und in den Wechseljahren können sie sich wie ein ungebetener Gast benehmen, der auf Deiner Party noch mehr Chaos veranstaltet. Aber mit ein wenig Vorsicht, einem angepassten Managementplan und vielleicht einer Prise Humor (weil Lachen immer noch die beste Medizin ist), kannst Du auch diese Herausforderung meistern. Mach es Dir zur Aufgabe, gut für Dich zu sorgen – Dein Körper und Dein Immunsystem werden es Dir danken!
„In den Wechseljahren fährt Dein Körper hormonell Achterbahn. Die Produktion von Östrogen und Progesteron, den weiblichen Geschlechtshormonen, schwankt und nimmt schließlich ab. Diese Hormone beeinflussen auch das Immunsystem.“
Quelle: Inhaltliche Anlehnung an die Studienbriefe der Ausbildung Wechseljahreberatung von Impulse e.V. Schule für Gesundheitsberufe
Wer kann uns Frauen in der Menopause unterstützen und aufklären? Dr. Google? Nein, Nadja! Sie ist ausgebildete Wechseljahreberaterin und Lifecoach. In ihrer Arbeit und auf dem Blog www.ohneregel.de konzentriert sie sich auf drei wichtige Säulen: Wissen über die Wechseljahre, die persönliche Entwicklung und Entspannungstechniken.
Fotos: www.flaticon.com, www.ohneregel.de


