Heike Makatsch

Heike Makatsch

Happy Birthday, Heike Makatsch! Wer hätte gedacht, dass sie schon 51 ist!?! Bis vor zwei Jahren dachte das Number-One-Girlie der 90er selbst, dass es ein gewisses Alter überhaupt nicht tangieren wird. Aber ja, auch so eine lebenslustige und reflektierte Frau wie die dreifache Mutter hat tatsächlich ein bisschen damit zu kämpfen, 50 plus zu sein. Wie sie allerdings damit umgeht, macht uns allen Mut …

Positive-Gedanken

Die TV-Frau (u. a. „Tatsächlich Liebe“) sagt über ihr Alter: „Das Äußere tritt in den Hintergrund und das innere Wachstum in den Vordergrund. Man muss akzeptieren, dass Dinge vergehen.“ Das hilft ihr auch damit klar zu kommen, dass die Rollenangebote nicht mehr denen von früher gleichen. Heike weiß: „Es ist eine große spirituelle Aufgabe, dass man loslassen muss.“ Aber sie sieht auch die berufliche Veränderung als Chance: „Ich möchte gern als Vorbild dienen, Filme drehen über Frauen, die sich neu positionieren müssen.“ Ach, gäbe es doch mehr Frauen, wie sie!

„Das Äußere tritt in den Hintergrund und das innere Wachstum in den Vordergrund. Man muss akzeptieren, dass Dinge vergehen.“

Zyklus-Gedanken

Der Synchronsprecherin haben die Wechseljahre glücklicherweise nicht so zugesetzt. „Aber manchmal frage ich mich: Ist es die Welt da draußen, oder sind es die Hormone?“ Und natürlich wurde sie in dieser Zeit mit schmerzhaften Erkenntnissen konfrontiert. „Wenn man gerne Kinder bekommen hat, dann weiß man: Das ist vorbei.“ Dass der Zyklus vorbei ist, ist wiederum eine Befreiung für Heike – auch wenn sie es ein bisschen vermisst: „Man muss es erst mal sacken lassen und dann zu neuen Ufern schauen. Ich bin noch in der Findungsphase, sehe es als spannenden Weg.“ Sehen wir auch so!

 

Beziehungs-Gedanken

Die Ex-Freundin von James Bond-Darsteller Daniel Craig (54) hat drei Töchter (16; 13; 6). Vom Vater der beiden ältesten (Musiker Max Schröder) ist sie getrennt. Grundsätzlich sagt sie: „Nach einem langen, langen Prozess kann man in Frieden miteinander sein. Und das würde ich auch jedem Paar mit Kindern dringend ans Herz legen.“ Recht hat sie! Und viele Frauen würden auch diesen Beziehungs-Gedanken von ihr unterschreiben: „ Die perfekte Balance, die perfekte Zweisamkeit, die Liebe ohne Zweifel und Schattenseiten, die kann ich mir schlecht vorstellen.” Aber Heike sagt zu Recht auch: „Liebe hat manchmal eine brachiale Gewalt, die in die unmöglichsten Situationen hineinbricht.“ Und das kann was unheimlich Schönes sein!

„Aber manchmal frage ich mich: Ist es die Welt da draußen, oder sind es die Hormone?“

Glücks-Gedanken

Die Moderatorin hat auch ein Geheimnis, wie sie nie aus dem Blick verliert, was ihr wichtig ist und sie glücklich macht: „ Ich checke immer wieder bei mir ein. Ich bin in sehr engem Kontakt mit mir und meinem nahem Umfeld. Das stößt mich immer wieder auf meine Bedürfnisse, auf das, was gerade klemmt. Das hat was mit Aufmerksamkeit sich selbst gegenüber zu tun, auch mit einem gutem Körperbewusstsein.“ Und das sollte jede Frau haben!

 

Erfolgs-Gedanken

Die gelernte Schneiderin hat sich immer wieder neu erfunden, vor allem beruflich. Wie sie das geschafft hat? „Wenn eine Tür aufging, habe ich gesagt, da gehe ich jetzt durch. Ich hatte keine scheu, etwas zu wagen, da war ich frei. Dinge haben sich am Horizont abgezeichnet, ohne dass ich einem festen Ziel hinterhergeeifert wäre. Dadurch hatte das eine Leichtigkeit. Aber alles was ich angefangen habe, habe ich mit Ernsthaftigkeit gemacht – und mit Liebe und Herzblut.“ Wir nehme uns ein Beispiel dran!

 

Fotos: © Llinda Rosa Saal

Brauche ich eine Wechseljahre-Beraterin?

Brauche ich eine Wechseljahre-Beraterin?

Die Menopause ist keineswegs ein Fluch, sondern eher ein Segen! Glaubst Du nicht? Dann lass Dich von Ellen Cornely-Peeters (60) überzeugen. Sie ist eine ausgebildete Wechseljahre-Beraterin und kennt die Werkzeuge und Wege, wie Du Dich in jeder Phase der Menopause nicht nur besser fühlen kannst, sondern auch Dein Leben noch aktiver nach Deinen Wünschen gestalten kannst: „Wir können selbstbestimmt befreit und unabhängig von Hormonschwankungen leben. Voller Vitalität und möglichst gesund altern. Auch wenn das zu Beginn der hormonellen Umstellungsphase schwer zu begreifen ist. Mir ist es wichtig, die positive Seite der Wechseljahre in den Fokus zu rücken.“ Ellen Cornely-Peeters Beruf erfüllt sie selbst und hilft uns …

dieAlte: Was ist denn eine Wechseljahre-Beraterin?
Ellen Cornely-Peeters: Eine zertifizierte Wechseljahre-Beraterin ist eine spezialisierte Fachkraft, die durch ihre Ausbildung im Bereich Frauengesundheit, Naturheilkunde, Anatomie und Physiologie – im Besonderen des Hormonhaushaltes – sowie Psychologie ratsuchender Frauen in den turbulenten Zeiten des Wechsels zur Seite steht.
In der Weiterbildung zur Wechseljahre-Beraterin geht im Besonderen um den Einfluss der Hormone auf das seelische und körperliche Wohlbefinden während der Hormonumstellung.
Die meisten Beraterinnen haben die Wechseljahre schon hinter sich gelassen oder stecken selbst noch mittendrin. Durch das eigene Erleben können sie sich sehr gut in die Lage der Frauen hineinversetzen. Wissen genau, was in ihnen vorgeht.

Die Idee stammt aus den Niederlanden, wo Wechseljahre-Beratung schon vor vielen Jahren mit großem Erfolg in der Gesundheitsfürsorge für Frauen etabliert wurde.

„Eine zertifizierte Wechseljahre-Beraterin ist eine spezialisierte Fachkraft, die durch ihre Ausbildung im Bereich Frauengesundheit, Naturheilkunde, Anatomie und Physiologie – im Besonderen des Hormonhaushaltes – sowie Psychologie ratsuchender Frauen in den turbulenten Zeiten des Wechsels zur Seite steht.“

Braucht das Frau wirklich?
Auch im 21. Jahrhundert herrscht noch viel Unwissenheit und vor allem viel „Altbackendes“ über die Wechseljahre vor. Es wird Zeit, Tabus aufzubrechen. Denn wir gehen keinesfalls „verrunzelt und vertrocknet unserer Vergreisung“ entgegen, wie es vor vielen Jahren einmal (in noch deutlicheren Worten) ein amerikanischer Arzt publiziert hat, um die Hormoneratztherapie an die Frau zu bringen.
Leider ist dieses negative Frauenbild immer noch hartnäckig in vielen Frauenköpfen verankert. Und Alternativen zur Hormonanwendung kaum bekannt.

In unserer heutigen Konsum- und Leistungsgesellschaft stellen die Wechseljahre die herausforderndste Lebensphase für Frauen dar. Da möchte ich alle Frauen ermutigen, sich frühzeitig und umfassend über die Wechseljahre zu informieren. Bei Bedarf Fachkräfte aufzusuchen.
Denn Wissen ist Macht und hilft, gute Entscheidungen zu treffen. Je besser Du Bescheid weißt, desto besser kommst Du hindurch.
Die Schulmedizin kann eine solch umfangreiche Beratung nicht leisten, da es im Praxisalltag keine Zeitfenster dafür gibt und leider viele Fachärzte:innen nicht ausreichend weitergebildet sind. Bis heute kommt das Thema Wechseljahre der Frau im Medizinstudium nicht vor.
Die größte Bestätigung für unseren Beratungsansatz sind die vielen positiven Feedbacks (siehe Kasten) der Klientinnen. Sie beflügeln mich enorm in meinem Tun und halten die Begeisterung für meine Arbeit wach und lebendig.

„Mir hat gestern Ihr Gesprächstermin sehr sehr gut getan und ich bin mehr als positiv nach Hause gefahren, da ich mich von Ihnen SEHR verstanden gefühlt habe und auch BESTÄRKT fühle in dem was ich für mich vorhabe. …nochmals DANKE für ALLES.“

„Ach, Meno!“ Endlich fühle ich mich gesehen, verstehe die Zusammenhänge meiner Beschwerden. Es ist sehr verständlich geschrieben. Die Tipps sehr hilfreich und gut umzusetzen. Danke Ellen Cornely-Peeters für diesen wunderbaren Tourguide!

Ich kann von mir selber sagen, dass ich sehr verwirrt war, als ich mit Anfang 40 Nachtschweiß bekommen habe und alle Ärzte dachte, ich habe einen Tumor (Nachtschweiß tritt auch bei Tumorbildung aus). Keiner dachte nur im Entferntesten an die Wechseljahre.
Ich natürlich auch nicht. Es stellte sich erst später heraus, dass es wohl der Anfang der Wechseljahre war. Kann es sein, dass die Wechseljahre schon mit Ende 30 losgehen?
Absolut. Jede Frau ist anders und kommt entsprechend früher oder später in die Wechseljahre. Das hängt von der genetischen Disposition und /oder vom persönlichen Lebensstil der Frauen ab.

Da die Hormonumstellung sehr schleichend beginnt, ist es eine durchaus verwirrende Zeit. Weder die Frauen selbst noch die Schulmedizin haben auf dem Schirm, dass die Hormonumstellung schon Ende 30 Anfang 40 losgehen kann. Doch wenn Frauen unter 50 mit unerklärlichen Symptomen von Arzt zu Arzt rennen und niemand etwas findet, sollte unbedingt an die Wechseljahre gedacht werden.
Keine Frau wacht morgens auf und weiß: „Ah, ab heute bin ich also in den Wechseljahren.“

Was ist die am häufigsten gestellte Frage in Deiner Praxis?
Die Fragen der Frauen sind so unterschiedlich wie ihre Nöte zu dem Zeitpunkt, an dem sie zur Beratung kommen. Als besonders belastend werden Schlafstörungen, Müdigkeit und Antriebslosigkeit empfunden. Nicht selten wird auch eine zweite Meinung nach dem Besuch in der gynäkologischen Praxis eingeholt.

Wenn Frauen in Deine Beratung kommen, wie gut wissen sie über die Wechseljahre Bescheid?
Besonders die Veröffentlichung meines Buches „Ach, Meno!“ hat gezeigt, wie viel Beratungsbedarf besteht. Viele Frauen sind überaus erstaunt, dass es außer den berüchtigten Hitzewallungen, die keinesfalls jede Frau betreffen, eine ganze Menge an Symptomen gibt, die mit der Hormonumstellung zusammenhängen. Angstzustände und Panikattacken, Konzentrationsstörungen und Vergesslichkeit. Gelenkschmerzen, Magenschmerzen, Blähbauch und Verstopfung, sehr starke Blutungen, dass uns angst und bange wird. Herzrasen und Schwindel, erhöhte Stressempfindlichkeit, Gereiztheit bis hin zu unkontrollierten Wutausbrüchen, Erschöpfung bis hin zum Burn-out, um nur einige zu nennen, über deren Verbindung weder die betroffenen Frauen noch die Schulmedizin Bescheid wissen.

„Als besonders belastend werden Schlafstörungen, Müdigkeit und Antriebslosigkeit empfunden.“

Gibt es ein Beispiel aus Deiner Praxis, welches widerspiegelt, dass Frauen mehr Aufklärung brauchen?
Ja, das gibt es hier ein Beispiel aus meiner Praxis.

Eine Klientin (46) kam zum Gespräch in meine Praxis. Die Liste der Symptome, über die sie berichtete, war lang. Schwindel, Herzrasen, Angstzustände, schweißnass aufwachen mitten in der Nacht aber auch massive Schmerzen an den Handgelenken und Schultersteifigkeit. Hinzu kamen Verdauungsprobleme mit sehr unangenehmer Verstopfung. All diese Beschwerden hatten schon zu vielen Arztbesuchen geführt. Doch niemand konnte ernsthafte medizinische Ursachen finden. Sie bekam allerlei Medikamente, um die Symptome zu „bekämpfen“. Darunter Cortison, Schmerzmittel, Abführmittel und ein Antidepressivum. Frauen noch die Schulmedizin Bescheid wissen.

Erst durch mein Buch, dass ihr von einer Freundin zum Geburtstag geschenkt wurde, (sie war zunächst alles andere als begeistert, so auf ihre Wechseljahre hingewiesen zu werden) fiel es ihr wie Schuppen von den Augen. All Ihre Symptome könnten tatsächlich damit in Verbindung stehen.
Da sie skeptisch war, ob es wirklich die Hormone sein können, die für all ihre Beschwerden verantwortlich sind, wollte sie einen Speichelhormontest durchführen, um Klarheit zu haben.
Die Ergebnisse ließen keine Zweifel daran, dass die Hormonspiegel von Östrogenen, genauer gesagt von Estradiol und Estriol, sowie Progesteron, viel zu niedrig und das Verhältnis der Hormone zueinander eine völlige Schieflage zeigte.

Wir haben die Möglichkeit einer Hormonanwendung mit bioidentischen Hormonen zusammen mit einer Gynäkologin erarbeitet und Lösungen entwickelt, die dazu beitragen, ihren Stoffwechsel und damit ihren Hormonhaushalt zu stabilisieren. Als Erstes wollte sie mit einer dringend notwendigen Ernährungsumstellung starten.
Nach 4 Monaten bekam ich eine Mail von ihr.
„Ganz herzlichen Dank für dieses erhellende Gespräch in ihrer Praxis. Mir ist seitdem so viel bewusst geworden. Plötzlich konnte ich klar erkennen, was mein Leben am Limit und das Ständige ignorieren der Symptome mit meinen Wechseljahren zu tun hat.

Ich konnte und wollte mir damals keine Zeit für mich nehmen. Wollte nur funktionieren, keinesfalls die Kontrolle abgeben. Ich war die Beste in meiner Firma und das sollte noch lange so bleiben.
Doch in unserem Gespräch wurde mir mehr als deutlich bewusst, dass das nicht die Lösung sein konnte.
Kurze Zeit später schon nahm ich mir eine 4-wöchige Auszeit- einfach nur um „runterzukommen“. Nichts Müssen müssen, einfach sein. Das war unheimlich schwer für mich. Doch das Meer, wohin ich mich zurückzog, gab mir unheimlich viel Kraft. Ich stelle meine Ernährung um. Achtete darauf, was meinem Körper wirklich guttat. Die täglichen Spaziergänge, die zu immer ausgedehnteren Wanderungen wurden, haben mich gestärkt und bestärkt, mein Leben neu zu organisieren.

Ich konnte mich ganz neu spüren. Respektierten das Körper, Geist und Seele auch für mich eine Einheit bilden, dass mein Hormonsystem, das Immunsystem und mein Nervensystem sehr eng miteinander verknüpft sind. Es fällt mir jeden Tag leichter, gut für mich zu sorgen.“
Wir haben uns im Abstand von 8 Wochen noch 2 x getroffen. In dieser Zeit hat sie für sich beschlossen, die Hormontherapie langsam wieder „auszuschleichen“. Begleitet und unterstützt durch wichtige Mikronährstoffe, die sich positiv auf die Hormon-Synthese und den Energiestoffwechsel auswirken und die Hormonbalance bestmöglich unterstützen.

Dass sie neugierig war, wie sich ihre Lebensstiländerung auf ihre Hormonwerte ausgewirkt hat, hat sie 3 Monate nach ihrem ersten Test einen weiteren Hormontest zur „Kontrolle“ durchgeführt. Die positiven Ergebnisse standen im Einklang mit ihrem Wohlbefinden und haben sie motiviert, dran zu bleiben. 12 Monate nach unserem ersten Treffen hat sie sich auch beruflich neu aufgestellt. Die Wechseljahre haben ihr noch einmal einen ganz neuen Blick auf IHR Leben ermöglicht. Und dafür sei sie unendlich dankbar. Die Beschwerden, über die sie bei unserem Kennenlernen klagte, waren bis auf erträgliche „Wärme“-wallungen verschwunden.

So wie diese Klientin wünschen sich viele Frauen eine engere Zusammenarbeit zwischen Gynäkolog:innen und Wechseljahre-Beraterinnen. Ähnlich der Kooperation zwischen Ärzt:innen und Hebammen oder Orthopäden und Physiotherapeuten. Doch dieser Weg ist leider noch sehr steinig.

Ellen Cornely-Peeters, Eine Wechseljahre-Beraterin macht Mut

 

„Die Wechseljahre sind keine Krankheit.
Aber sie fordern uns heraus.“

Was rätst Du Deinen Kundinnen, wenn sie echt verzweifelt sind und mit dem Älterwerden (und den Wechseljahren) hadern?
„Man bleibt jung, solange man noch lernen, neue Gewohnheiten annehmen und Widerspruch ertragen kann.“ Marie von Ebner-Eschenbach
Well Aging statt Anti Aging. 
 Sicherlich wird uns in keiner anderen Lebensphase bewusster, dass wir tatsächlich älter werden. Und natürlich sind wir zu Beginn unserer Wechseljahre nicht mehr ganz jung, aber auch längst nicht alt. Frauen im Wechsel stehen heute mitten im Leben und haben im besten Fall noch 30-40 aktive Jahre vor sich. Und noch niemals zuvor war die Generation 50+ so vital wie heute.

Der Grundstein für ein energievolles, gesundes Älterwerden wird in den Wechseljahren gelegt. Und die wollen gestaltet werden. Nur Mut. Es ist eine super Chance in unserem Leben. Und die Zeit beginnt-jetzt!
Daher geht es um Fragen wie: Wie möchtest Du Deine Zukunft gestalten? Was spornt Dich an? Was möchtest Du in der Zwischenzeit tun, bis Du alt bist?
Wechseljahre sind keinesfalls ein Fluch, denn Korrekturen im Leben können ein wahrer Segen sein. Aktiv sein, etwas verändern, raus aus den alten Schuhen zu schlüpfen und neue Wege für sich zu entdecken- auch das sind Wechseljahre. Unliebsames loszulassen, damit frische Ideen einziehen und neue Energien freigesetzt werden können. Wir können Selbstbestimmt, befreit und unabhängig von Hormonschwankungen leben. Voller Vitalität und möglichst gesund altern.

Wie können wir jungen Frauen Wissen, über das für sie noch uninteressante und weit entfernte Thema Menopause vermitteln? Hast Du da einen Ansatz?
Es ist tatsächlich nicht ganz leicht, hier den Einstieg zu finden. Denn solange Frauen sich vital und leistungsfähig fühlen, besteht für die meisten kein Anlass, etwas zu verändern oder an „später“ zu denken.

Am besten könnte es meines Erachtens über die Großmütter, Mütter, Tanten oder gesellschaftliche Vorbilder funktionieren. Seit „MeToo“ ist vieles offener und einfacher geworden. Wir können gar nicht oft genug darüber sprechen. Aufmerksam machen.
Doch ist höre auch die Stimmen der Frauen, die mit ihren eigenen Töchtern, die jetzt Mitte Ende 30 sind, niemals über „diese schrecklichen Wechseljahre“ sprechen würden, um sie nicht zu verstören. Dadurch wird für mich mehr als deutlich, wie wichtig gute Aufklärung auch im Nachhinein ist. Diese Frauen haben viel durchgemacht, ohne adäquate Unterstützung zu bekommen. Der Frust sitzt auch Jahre später noch sehr tief.

Gut informiert zu sein macht uns viel freier in unseren Entscheidungen. Sogar eine Studie belegt, dass gut informierte Frauen gelassener durch die Wechseljahre kommen.

Eine der ersten professionellen Wechseljahre-Beraterinnen Deutschlands erzählt von ihren Erfahrungen aus ihrer Praxis, gibt Tipps für die Achterbahnfahrt der Hormone – und macht nicht zuletzt Mut, die Wechseljahre auch als Chance zu begreifen, eigene Wünsche und Bedürfnisse zu erkennen und anzuerkennen.

 

Ach, Meno! Eine Wechseljahrsberaterin macht Mut
kiwi-verlag Taschenbuch 14 Euro, E-Book 4,99 Euro

 

Fotos: Sabine König, Susanne Prothmann

Die Menopause ist der Anfang vom Ende? Von wegen! Deine beste Zeit beginnt jetzt

Die Menopause ist der Anfang vom Ende? Von wegen! Deine beste Zeit beginnt jetzt

Investiere in Dich und Deine Gesundheit – damit die zweite Lebenshälfte die bessere wird! Genau das hat Susanne (51) getan und genau dabei hilft sie jetzt anderen Frauen. Mit dem von ihr entwickelten Meno-Care-Haus Konzept: „Gemeinsam mit mir kannst Du Dein biologisches Alter positiv beeinflussen, die klassischen Menopausen-Symptome in den Griff bekommen und mehr Lebensqualität kreieren.“ Nachdem das Thema ,Wechseljahre’ immer noch ein Tabu-Thema ist und die meisten Frauen denken, dass die Menopause der Anfang vom Ende ist, möchte ich Dir zeigen, dass genau das Gegenteil der Fall sein kann! Ich bin überzeugt davon und erlebe es täglich an mir selbst, dass Deine beste Zeit jetzt gerade erst beginnt!
Mein Herzenswunsch ist es, Dich zu empowern, damit du die Chancen der Wechseljahre erkennen und nutzen lernst! “ Im Interview mit dieAlte verrät uns die Dipl. Sportwissenschaftlerin und Ernährungsberaterin noch mehr …

dieAlte: Du bist 51 Jahre alt und auch in den Wechseljahren – wie ging es bei Dir los?
Susanne: Ich selbst habe lange nicht gemerkt, dass ich mich schon in der Prä- und später dann in der Perimenopause befand! So wie mir geht es ganz vielen Frauen, weil so wenig über das Thema bekannt ist.
Als Sportlerin und ganzheitlich ausgerichteter Mensch führte ich immer schon ein sehr bewusstes–- und auf Gesundheit ausgerichtetes Leben. Nach der Geburt meiner Tochter hatte ich allerdings bei jeder Regel so starke Blutungen, dass mir mein Gynäkologe eine Hormonspirale einsetzte, wodurch sich die Situation auch schnell verbesserte.
Als sie mit Mitte/Ende 40 wieder entfernt wurde, kamen die starken Blutungen in Kombination mit einem deutlich verkürzten Zyklus zurück und ich dachte, dass ich damit leben müsse. Dem war aber nicht so, denn die starken Blutungen waren bereits ein deutliches Anzeichen für den Beginn der Wechseljahre!

Hast Du das gleich bemerkt und gegengesteuert?
Ich bekam Haarausfall, hatte brüchige Nägel und fahle Haut. Diese Symptome traten aber erst allmählich, nach und nach auf und wurden von mir nicht mit dem hohen Blutverlust in Zusammenhang gebracht. Es vergingen einige Jahre bis sich die Symptome so manifestiert hatten, dass ich aktiv wurde und feststellte, dass sie auf einen schweren Eisenmangel zurückzuführen waren. Also ließ ich mir Eiseninfusionen verabreichen. Bis dahin hatte ich im Mangel gelebt, was völlig ungesund ist und es dauerte wirklich lange, bis sich Haut, Haare und Nägel wieder erholt hatten.

Eine lange Leidenszeit – aber das war alles, was passiert ist, oder?
Mitte 40 traten bei mir auch die ersten Gelenk- und Muskelschmerzen auf. Als ehemalige Leistungssportlerin dachte ich, das sei die Quittung für all die Jahre harten Trainings und ich müsste ab jetzt damit leben. Wie ich heute weiß, war auch das ein Irrtum und hing mit dem weniger werdenden Östrogen zusammen. Dank ausgewählter Nahrungsergänzungsmittel bin ich jetzt beschwerdefrei und spüre meine Gelenke, Knochen und Muskeln nur im positiven Sinne kraftvoll und vielleicht mal beansprucht nach viel Sport.
Parallel zu dem Auftreten der Gelenkschmerzen begann ich nachts schlechter zu schlafen und öfters trat auch nächtliches Herzrasen auf.

Hast Du das Herzrasen sofort mit der Menopause assoziiert, oder dachtest Du an andere Beschwerden wie Herzprobleme?
Ich führte auch das natürlich nicht auf meine Hormone zurück, sondern auf den massiven Stress, dem ich ausgesetzt war. Außerdem hatte ich gelegentlich Nachtschweiß, was ich mir mit meiner zu warmen Bettdecke erklärte.
Den stark zunehmenden Energiemangel führte ich ebenfalls auf meinen Stress zurück, genau wie die Wutanfälle, die mich regelmäßig heimsuchten und aus denen ich kaum einen Weg herausfand. Ich dachte, der ganze Druck der auf mir lastete, sei einfach zu groß und suche sich ein Ventil, obwohl ich bis zu dem Zeitpunkt in meinem ganzen Leben nie Wutanfälle gehabt hatte. Gesundheitlich bedenklich waren in dieser Zeit Schwindelanfälle, die mich für Stunden plötzlich und unerwartet außer Gefecht setzten, sodass ich mich an Ort und Stelle auf den Boden legen musste bis der ganze Spuk nach einigen Stunden wieder vorüber war.

 „Gesundheitlich bedenklich waren in die Schwindelanfälle, die mich für Stunden plötzlich und unerwartet außer Gefecht setzten.“

Oh nein! Du hast doch bestimmt einen Arzt dazu befragt, was hat der gesagt?
Auffällig ist in dem Zusammenhang, dass weder mein Internist noch der hinzugezogene Neurologe bei den Untersuchungen eine Ursache für den Schwindel diagnostizieren konnten und nicht im Entferntesten auf eine hormonelle Disbalance gekommen ist. Heute weiß ich, dass Schwindel ein typisches Zeichen einer Östrogendominanz ist, die besonders in der Prämenopause auftritt. Leider haben dies sogar viele Gynäkologen nicht auf dem Schirm.

Das ist ja schon eine ganz Reihe an Symptomen die typisch für die Wechseljahre sind – kamen da noch mehr dazu?
Bemerkenswert in diesen Jahren war auch meine extrem trockene Haut auf den Schienbeinen und am Kopf. Dafür hatte ich keine Erklärung. Also cremte oder ölte ich, was aber die Situation nicht verbesserte. Nun störte mich die trockene Haut nicht so sehr, als dass ich zum Dermatologen gegangen wäre und selbst wenn, ist es äußerst unwahrscheinlich, dass er das Thema als hormonell begründet erkannt hätte.
Was mich aber wirklich quälte, war allabendlich massiver Juckreiz auf Schultern und Oberarmen der stundenlang anhielt. Nie im Leben hätte ich diese Qual mit schwankendem Östrogen in Verbindung gebracht. Es war wirklich strapaziös.

Die juckende Haut kenne ich auch, aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es sehr lange dauert, bis man den Zusammenhang zur Menopause herstellt. Was hast Du unternommen?
Erst als ich selbst aktiv wurde und auf die Idee kam, mir vorsorglich mal eine Gynäkologin, die auf Wechseljahre spezialisiert ist, zu suchen, begann eine neue Zeit für mich. Sie informierte mich und gab mir den Tipp, mich selbst in das Thema einzulesen. Das tat ich und damit war auch schon der Funke gezündet. Ich verstand sofort die Zusammenhänge, die in meinem Körper abliefen und die ich auf Stress oder andere falsche Ursachen geschoben hatte.

Hast du von der Gynäkologin auch Hormonpräparate bekommen, die unterstützend bei Wechseljahrbeschwerden helfen? Wenn ja, welche und wie kommst du damit klar?
Ich habe mir bewusst eine Gynäkologin gesucht, die auf bioidentische Hormonersatztherapie spezialisiert ist, um in dem Thema fachkundig beraten zu werden. Die Entscheidung, bioidentische Hormone zu verwenden, ist eine sehr persönliche Entscheidung und sollte gut abgewogen werden. Ich habe in der Peri-Menopause mit einer Kombination aus pflanzlichem Agnus Castus und bioidentischem Progesteron unterstützt. Das hat bei mir sehr gut funktioniert. Mittlerweile verwende ich auch ein bioidentisches ß-Estradiol Gel. Meine Gynäkologin hat mich ausgiebig beraten und wir machen regelmäßig Blutkontrollen.
Um eine bioidentische Hormonersatztherapie besser zu verstehen, ist es wichtig zu wissen, dass der Körper keinen Unterschied zwischen den eigenen und den bioidentischen Ersatzhormonen erkennt, da sie exakt an die dafür vorgesehenen Andockstellen überall in unserem Körper passen. Bioidentische Hormone ersetzen lediglich das, was der Körper nicht mehr selbst oder zu wenig herstellt.
Ziel der Ersatzbehandlung ist es, ein hormonell niedrig normales Level vergleichbar mit dem ersten Drittel des Zyklus zu erreichen – so wie gleich nach der Regelblutung.

Ein Teil meiner Klientinnen unterstützt den Körper mit bioidentischen Hormonen ein anderer Teil nicht. Dabei geht es aber nicht nur um die Symptombehandlung von Wechseljahresbeschwerden, sondern vor allem um Prävention vor, durch Hormonmangel ausgelöste Alterskrankheiten. Wenn man jetzt aber denkt, ich nehme ein paar Hormone und alles ist supi, ist auf dem Holzweg. Unerlässlich aus meiner Sicht ist es ganzheitlich alle Ebenen (Ernährung, Bewegung, Schlaf, Mindset,…) gleichrangig zu bedienen, damit ganzheitliche Gesundheit und damit Lebensqualität entsteht. Bioidentische Hormone sind ein möglicher Baustein in diesem Baukastensystem.

Die Hormonersatztherapie (engl.: Hormone Replacement Therapy = HRT) gibt es auch auf Kassenrezept. Viele gesetzliche Krankenkassen bezahlen zum Beispiel das Progesteron-Produkt Famenita oder das Östrogen Estreva. Frag am Besten bei Deiner Krankenkasse nach, für welche Bioidentischen Hormone sie die Kosten übernehmen.

Und dann hast Du es zu Deinem Herzens-Thema gemacht und begleitest andere Frauen mit deinem Programm „Meno-Care-Haus-Konzept“ durch die Wechseljahre.
Ja, denn obwohl wir Frauen heute biologisch deutlich jünger sind als die Generation unserer Mütter, schleichen sich ab 40 hormonelle und dadurch bedingt sowohl physische als auch psychische Veränderungen ein, die in den kommenden Jahren zu einem großen hormonellen Umbruch führen werden und der erst in der Postmenopause enden wird. Dies stellt uns vor neue und unbekannte Herausforderungen.
Leider ist die Menopause in unserer Gesellschaft immer noch ein Tabuthema, obwohl sie nicht nur 25 Mio. Frauen ab 40 alleine in Deutschland betrifft, sondern auch ihr gesamtes Umfeld. Auch der medizinische Umgang mit Frauen in der Menopause entspricht nicht unserer modernen Zeit, was wirklich richtig schlecht ist.
Es besteht ein erhebliches Informationsdefizit bezüglich der Menopause und ihrer Zusammenhänge. Damit fehlt es auch an breitem Wissen sowie an umfassender Aufklärung, was auf uns Frauen ab 40 in den nächsten Lebensjahrzehnten zukommt, was das für uns bedeutet, wie wir selbst gegensteuern können und wie elementar wichtig Prävention in Bezug auf Alterskrankheiten ist.

Es findet keinerlei Vorbereitung auf die Wechseljahre und kein offener Dialog darüber statt. Alles, was man als Frau erfährt, klingt fürchterlich negativ und so, als ob man sich damit abfinden müsste, weil das eben in der Natur der Sache liegt: Die Hormone schwinden, somit sind wir nicht mehr gebärfähig und als Folge davon werden wir sowohl körperlich als auch „als Frau“ ausrangiert.

Das klingt wirklich düster, aber so ist es doch nicht? Oder doch?
Nein, zum Glück muss das nicht mehr ansatzweise so laufen!
Ich bin Meno-Care-Coach, damit Du Dich richtig gut in Deinem Körper und fit fühlst!
Der Mangel an Hormonen ist einer der Hauptgründe für altersbedingte Krankheiten und Energieverlust, aber mithilfe des Meno-Care-Haus Konzepts können wir die Herausforderungen ganzheitlich lösen, sogar bevor sie überhaupt entstehen.
Neben den typischen Wechseljahresbeschwerden treten Depressionen, Gelenkschmerzen, Herzrhythmusstörungen, neurologische Erkrankungen, Hautbeschwerden, Bluthochdruck und einiges mehr in der Menopause zum ersten Mal auf.

Was Dir hilft, ist ein konkreter Plan, der individuell auf Dich abgestimmt ist und deshalb funktioniert. Außerdem brauchst Du jemanden, der Dich bei der Umsetzung des Plans unterstützt. Damit kannst Du gelassen und voller Freude die nächsten Lebensjahrzehnte angehen und genießen, denn die zweite Lebenshälfte bringt auch große Vorteile mit sich – das weiß ich aus eigener Erfahrung!

 „Leider ist die Menopause in unserer Gesellschaft immer noch ein Tabuthema, obwohl sie nicht nur
25 Mio. Frauen ab 40 alleine in Deutschland betrifft, sondern auch ihr gesamtes Umfeld.“

Kannst Du Dein Konzept kurz erklären?
Das Meno-Care-Haus wurde von mir entwickelt, damit Du mit positiver Gelassenheit und voller Energie die Wechseljahre sowie die anschließende zweite Lebenshälfte erleben kannst. Dafür habe ich all mein fachspezifisches Wissen zusammengetragen und mit meiner persönlichen Erfahrung als Frau in der Menopause kombiniert.
​Zentral ist der ganzheitliche Ansatz, da alle Bausteine meines Meno-Care-Hauses ineinandergreifen und sich gegenseitig unterstützen.

Und so sieht das Meno-Care-Haus aus:
– die medizinisch-gynäkologische Komponenten bilden das Fundament des Hauses
– Bewegung und Sport sind die Wände, die es stabil halten
– Deine Ernährung bildet den Boden für das EG
– Nahrungsergänzung, Schlaf, Natur und Entspannung sind die Stockwerke
– die Atmung samt Frischluft werden von den Fenstern verkörpert
– Dein Mindset und Deine innere Einstellung stellt das Dach des Hauses dar
– Mit den sozialen Kontakten füllst Du Dein Meno-Care-Haus mit Leben.



10 Bausteine für das Meno-Care-Haus
1. Medizinische Komponenten
2. Bewegung +Sport
3. Ernährung
4. Nahrungsergänzung
5. Mindset
6. Schlaf
7. Natur
8. Entspannung
9. Atmung
10. soziale Kontakte

Alle 10 Bausteine ergänzen sich, damit Du in einem stabilen, modernen Haus voller Aktivität und mit viel Lebensfreude wohnen kannst und ergeben den bestmöglichen Zustand an Gesundheit und Lebensqualität in der Prä-, Peri- und Post-Menopause!

Das hört sich alles ganz spannend an, sieht aber etwas überwältigend aus (zeitlich und finanziell). Wie kann ich das in meinen Alltag integrieren?
Unerlässlich ist es, für sich selbst, also für das körperliche und mentale Wohlbefinden samt Lebensqualität, Eigenverantwortung zu übernehmen. Dazu muss ich bereit sein, das kann ich nicht abgeben.
Deshalb frage ich meine Klientinnen immer: Was bist Du Dir selbst wert? Und das in Bezug auf zwei Schwerpunkte: Zeitlich und finanziell betrachtet.
Um wirklich täglich für sich selbst Zeit zu finden, entwickeln wir einen Wochenplan – der verbindliche Zeiten für Meno-Care enthält. Das können an einem Tag mal nur 10 Minuten an einem anderen Tag auch 90 Minuten sein. Wichtig ist, dass die eingetragenen Zeiten verbindlich sind und genauso behandelt werden, wie ein offizieller, nicht absagbarer Termin. Es darf gelegentlich Verschiebungen aber keine Ausfälle geben. Natürlich wird der Plan wöchentlich aktualisiert und angepasst.
Darüber hinaus frage ich meine Klientinnen, was ihnen ihre Gesundheit finanziell wert ist und ob sie bereit sind in ihre Gesundheit zu investieren, um einen lebenslangen Mehrwert davon zu haben. Ich empfehle ihnen, einen festen monatlichen Mindest-Betrag (gerne auch mehr) beiseite zu legen. Davon können Coachings, Nahrungsergänzung, Untersuchungen die nicht übernommen werden, Sportkurse, etc. bezahlt werden. Es muss einfach klar sein, dass finanzielle Ausgaben zum Meno-Care dazu gehören, aber auch gestemmt werden können, wenn ich sie in meine Fixkosten mit einkalkuliere.

Hast du noch einen besonderen Tipp, den du an deine Kundinnen weitergibst, wenn Frau mal nicht so motiviert ist Sport zu machen? Oder die Ernährung eine Zeit lang mal wieder aus mehr Kuchen als Gemüse besteht?
So etwas kommt immer wieder vor und ist menschlich. Wichtig ist aber, den Weg zurück zu finden. Ich finde das funktioniert gut, wenn ich zwei Aspekte kombiniere: Den mentalen und den emotionalen.
Für den mentalen Aspekte ist für mich das „Warum“ der Schlüsselbegriff. Wenn ich den verinnerlicht habe, fällt es mir leichter mich zu überwinden, wieder zu starten. Ich lese wirklich detailliert in meinen Coaching Unterlagen und bekomme so erneut vor Augen geführt, warum es unerlässlich ist, Meno-Care zu betreiben.
Die emotionale Ebene erreiche ich in kleinen Meditationen, in denen ich mich erinnere wie es sich angefühlt hat, fit und voller Energie zu sein. Danach sollte der erste Schritt zum Meno-Care leichter fallen. Der Körper erinnert sich ja auch schnell wieder, wenn ihm etwas gutgetan hat, das kommt ergänzend dazu. Ich selbst musste vor Kurzem durch eine nervlich sehr aufreibende Zeit gehen und hatte gar keine andere Wahl als mein Meno-Care zu vernachlässigen. Bei der ersten Gelegenheit habe ich aber auf die eben beschriebenen Aspekte zurückgegriffen und nach nur einer Woche habe ich mich wieder in meiner vollen Kraft gefühlt. Das ist ein großer Vorteil des Meno-Care-Haus Konzeptes, da ich auf 10 Ebenen eingreifen kann, was einen schnellen Effekt mit sich bringt!

Susanne Meno-Care-Haus Coach

Fotos: privat

Stefanie Graf

Stefanie Graf

Von der Karrierefrau zur glücklichen Ehefrau und Mutter – dieser Schritt fiel Stefanie Graf (53) erstaunlich leicht. Weil sie schon immer ein bodenständiger Typ Frau war und sich dabei treu geblieben ist. Ihr heutiger Ehemann Andre Agassi (52) war hingerissen von ihrer natürlichen Schönheit. Und wir sind begeistert von ihrem Engagement für Flüchtlingskinder, ihre Familie und ihren Weg mit Problemen umzugehen …

Was sie jetzt spielt


Wer die Ex-Tennis-Queen zu Hause in las Vegas besucht, findet dort keinen einzigen Pokal, keine einzige Trophäe von ihr. Dabei hat die frühere Nummer 1 der Weltrangliste so viele gewonnen: 7 Mal Wimbledon, die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen – insgesamt 107 Turniere. „Wir haben nur die Trophäen unserer Kinder aufgestellt. Jaden (20) vom Baseball und Jaz (18) vom Hip-Hop-Tanzen“, so Steffi. Die Familie ist ihr wichtig, sich im eigenen Ruhm zu sonnen, ist gar nicht ihr Ding. Und der Sport steht seit ihrem Rücktritt 1999 ohnehin nicht mehr an erster Stelle – macht ihr aber noch immer Spaß. Allerdings spielt Steffi jetzt am liebsten Pickleball: „Diese Mischung aus Badminton, Tennis und Tischtennis erfährt in Amerika gerade einen Boom. Es ist einfach und schnell zu lernen. Selbst unsere Tochter, die zwar sportlich ist, es aber nicht so mit Ballsportarten hat, mag Pickleball sehr gerne. Und für meinen Mann und mich ist es auch viel leichter, wenn der Körper mal wieder zwickt.“

„Ich konzentriere mich auf das, was mir wichtig ist.“

Wo sie zur Ruhe kommt

Als Profi-Sportlerin musste sie über ihre Grenzen hinausgehen und immer wieder körperlich und mental ihre Balance finden. Um sich zu entspannen, ging Steffi viel in Museen, interessiert sich bis heute für Architektur und Fotografie: „Andere brauchen vielleicht mehr Stimulation, für mich war es aber die Ruhe, die ich gebraucht habe.“ Das ist bis heute so. Steffi lebt zurückgezogen in Las Vegas, geht dort gern mit ihren Hunden spazieren, stellt selbst die Mülltonnen auf die Straße und macht ihrer Familie Frühstück (zum Beispiel Eier oder Müsli mit Früchten). Und auch wenn mal ein Jubiläum wie der 20. Hochzeitstag mit ihrem Mann ansteht, geht es eher gemütlich zu: „Bei uns in der Familie werden Geburtstage oder andere größere Tage nicht so hoch gehängt. Wir versuchen einfach, aus jedem Tag etwas Besonderes zu machen.“ Das Geheimnis ihres erfüllten Lebens.

 

 Wie sie Konflikte vermeidet

Streit scheint fast ein Fremdwort für Steffi und Andre zu sein. „Das haben wir wahrscheinlich durch den Sport gelernt – uns auf Heraus­forderungen zu konzentrieren und Lösungswege zu finden“, so die gebürtige Deutsche. „Wir haben während unserer Tennis­-Zeit so vieles erlebt, Höhen und Tiefen. In seinem Sport alles zu geben, allein auf dem Platz zu stehen, zu kämpfen, aber eben auch als Team stark zu sein – so wie in einer Familie.“ Das heißt natürlich nicht, dass es keine Themen gibt, bei denen das Ehepaar mal anderer Meinung ist. „Aber wir vertrauen uns und reden miteinander, geben und nehmen uns Zeit, über Dinge nachzudenken. Und dann sind es eher Ratschläge, die wir am Ende austauschen.“

„Im Gegensatz zu früher fühle ich heute eine innere Ruhe und Zufriedenheit, die ich als aktive Sportlerin nie kannte.“

Wofür ihr Herz schlägt

Schon 1998 gründete die zweifache Mutter ihre Stiftung „Children for Tomorrow“. Hier erhalten geflüchtete Kinder und Jugendliche therapeutische Hilfe. „Wenn man erlebt, welche Angst sie vor Berührungen oder generell Kontakt haben, zumal in einem Alter, wo sie eigentlich durch Fröhlichkeit und Neugierde geprägt sein sollten, dann will man automatisch was dagegen tun.“ Und das macht Steffi mit leidenschaftlichem Engagement. „Ich habe das Ziel, ihnen einfach die Freude wiederzugeben. Und sie geben uns auch unheimlich viel zurück, weil sie uns immer wieder eine Stärke zeigen, die bewundernswert ist.“ Zeit, Geld – Steffi investiert viel in die Zukunft der Kinder. Wenn Du helfen möchtest, findest Du alle Infos unter www.children-for-tomorrow.com

 

Was sie vermisst

Ihre Zuhause ist dort, wo ihre Familie ist, in Las Vegas. „Aber meine Heimat ist und bleibt die Region Mannheim/Heidelberg“, sagte Steffi schon vor Jahren. Und manchmal vermisst sie Deutschland, die Natur, das Grün auf Erdbeerfelder gehen und Früchte pflücken, die Bäckereien und Metzgereien und ihre Süßigkeiten: „Ich liebe Lakritz und Gummibärchen über alles – und alle möglichen Kekse. Es sind so viele kleine Dinge, die einem fehlen.“ Dennoch ist Steffi heute glücklicher als je zuvor. „Im Gegensatz zu früher fühle ich heute eine innere Ruhe und Zufriedenheit, die ich als aktive Sportlerin nie kannte.“

Ein ausführliches Interview mit faszinierenden Fotos von Steffi Graf findest Du in der Vogue 06/2022. Das erwartet Dich unter anderem:

Foto: © IMAGO

Wie Hypnose hilft: Beim Abnehmen, bei Angst, bei Schlafstörungen – und in der Menopause

Wie Hypnose hilft: Beim Abnehmen, bei Angst, bei Schlafstörungen – und in der Menopause

Jean ist verheiratet, Mutter von zwei wundervollen Kindern und in der Blüte ihres Lebens. Mehr noch: Sie ist ausgebildete Fachberaterin für ganzheitliche Gesundheit und Hypnose. Mit ihrer Unterstützung haben es schon unzählige Frauen geschafft, ihre Ängste zu überwinden, abzunehmen und auch die Wechseljahresbeschwerden in den Griff zu bekommen. Wie? „Ich helfe Dir, Deine Gesundheit von innen heraus wieder ins Gleichgewicht zu bringen – einfach und auf die weibliche Art.“

dieAlte: Jean, Dein Business ist die Gesundheit von Frauen. dieAlte interessiert natürlich ganz besonders die Gesundheit in den Wechseljahren. Wie kannst Du sie von ihren Beschwerden befreien?
Jean: Gerade Frauen in den Wechseljahren haben unterschiedlichste Beschwerden, die sowohl körperlicher Natur sind, als sich auch mental äußern. Nahezu jede Betroffene kennt diese monatlichen emotionalen Achterbahnfahrten und hadern mit den körperlichen Veränderungen.

Mir ist der ganzheitliche Blick sehr wichtig, wenn ich mit meinen Kundinnen zusammenarbeite, sei es im Rahmen der Ernährungsberatung oder der psychologischen Beratung. Denn in unserem Körper funktioniert jedes Organ, jedes System und jeder Stoffwechselprozess nur im Team.
Darum haben in meiner Beratung 3 Elemente einen besonderen Stellenwert für die Gesundheit:

– Das Auflösen innerer Blockaden und die Entfaltung des persönlichen Potenzials für mentale Gesundheit.
– Einen guten Umgang mit Stressfaktoren für die emotionale Gesundheit erlernen.
– Sowie das Bewusstsein und die Offenheit für gesunde, abwechslungsreiche Ernährung ohne Dogmen stärken.

Die wichtigsten Tools in meiner Beratung sind die Hypnose und ätherische Öle. Beides ist tiefgehend, die Wirkung wissenschaftlich bewiesen und enorm effektiv. Ich liebe einfache, natürliche Lösungen.

Oh Hypnose – das klingt spannend. Was ist das und wie kann sich das Frau in den Wechseljahren zunutze machen?
Hypnose kann ich absolut vielfältig einsetzen. Sie kann die Kundinnen beim Abnehmen unterstützen und sie zu mehr Sport zu motivieren. Hier kombiniere ich auch sehr gern die Ernährungsberatung mit der Hypnose. Weiterhin lassen sich tief sitzende Blockaden auflösen, um sich mental und emotional zu stärken. Aber auch bestehende Unsicherheiten oder Ängste lassen sich damit gut bearbeiten. Auch sexuelle Probleme, die gerade in den Wechseljahren gehäuft auftreten, Beziehungsprobleme und Schlafstörungen sind immer wieder Thema in meinen Beratungen und Hypnosecoachings.

 „Hypnose ist für mich absolut magisch. Themen, die wir schon jahrelang mit uns herumtragen, können mit wenigen Sitzungen nachhaltig gelöst werden.“

Wirkt Hypnose denn wirklich? Viele zweifeln ja daran oder haben Angst, dass sie „fremdgesteuert werden“ …

Wie bereits erwähnt, ist Hypnose wissenschaftlich fundiert und anerkannt. Sie gilt als eins der effektivsten Coachingwerkzeuge, um nachhaltig persönliche Veränderungen zu erzielen. Ganz entscheidend dabei ist aber die Mitarbeit der Kundin. Sie muss die Veränderung wirklich wollen, denn nur sie allein kann diese in ihrem Unterbewusstsein vollziehen. Ich fungiere dabei sozusagen als Tour-Guide und zeige meiner Kundin den Weg. Gehen darf sie ihn dann selbst. Viele denken immer noch aufgrund der Show-Hypnose, dass sie fremdgesteuert werden könnten. Das ist absolut nicht so! Du hast die volle Kontrolle und machst nichts, was Du nicht machen möchtest. Zu jeder Zeit kannst Du den Prozess ab- oder unterbrechen.

Hypnose ist für mich absolut magisch. Themen, die wir schon jahrelang mit uns herumtragen, können mit wenigen Sitzungen nachhaltig gelöst werden. Das ist ein großer Vorteil gegenüber zahlreichen anderen Therapien oder Coaching-Methoden. Denn wir arbeiten in der Tiefe der Psyche. Ich nenne das immer, den emotionalen Rumpelkeller aufräumen.

Geht das Hypnosecoaching auch online, oder muss man da bei Dir vor Ort sein?
Online funktioniert das wunderbar, denn wenn Du die Augen schließt, ist es egal, woher meine Stimme kommt. Gerade in den letzten zwei Jahren war diese Möglichkeit ein absolutes Geschenk. Zudem hat so eine Online-Sitzung den Vorteil, dass Du in Deiner gewohnten Umgebung bist, Du es Dir gemütlich machen und anschließend direkt ausruhen kannst.

Wie kann ich mir eine Sitzung online dann bei Dir vorstellen?
Interessentinnen können vorab ein kostenloses Infogespräch mit mir führen. Dort erkläre ich Ihnen, wie die Hypnose abläuft und wie sie sich bestenfalls darauf vorbereiten können.
Wenn sie sich für ein Hypnosecoaching bei mir entscheiden, erhalten sie von mir u.a. einen Anamnesebogen, den sie vorab ausfüllen müssen, eine Checkliste zur Vor- und Nachbereitung der Hypnose sowie eine Hypnose-Mp3. Die bereitet sie optimal auf ihre eigentliche Sitzung vor und kann schon erste Blockaden lösen.

Für die eigentliche Sitzung brauchen die Kundinnen zu Hause einen gemütlichen Platz zum Sitzen, je ein Kissen für den Nacken und den Schoß, evtl. eine Decke, Wasser zum Trinken und eine gute Internetverbindung. Wir gehen vor der eigentlichen Hypnose noch mal auf den Anamnesebogen ein, arbeiten das Thema für die Sitzung genau heraus, klären ggf. noch offene Fragen und dann kann es auch schon losgehen: Augen zu und laufen lassen. Die erste Sitzung bei mir dauert ca. 2 – 2,5 Stunden. Denn mir ist wichtig, dass wir uns die Zeit nehmen, die es braucht und sich die Kundinnen bestmöglich fallenlassen können. Folgesitzungen zum gleichen Thema sind in der Regel kürzer, ca. 1- 1,5 Stunden.

Du bist Mitte 40, hast Du auch schon Symptome der Wechseljahre/Perimenopause oder merkst Du noch nichts?
Oh ja, ich merke die Veränderungen schon seit ca. 2-3 Jahren. Ich schwitze mehr, vor allem nachts in der zweiten Zyklushälfte und schlafe auch in der Zeit schlechter. Mein Zyklus ist zwar noch recht regelmäßig, aber um ein paar Tage kürzer geworden. Auch die Spannkraft meiner Haut lässt nach und die Gesichtsfältchen nehmen zu. Aber hey, das ist der Lauf der Zeit. Wir können das nicht aufhalten, sondern uns nur bestmöglich unterstützen. Und dafür nutze ich genau das, was ich auch meinen Kundinnen empfehle: Ätherische Öle, tägliche Bewegung, ausreichend Schlaf, ein gutes Stressmanagement, (Selbst)Hypnose und eine gesunde, ausgewogene Ernährung. Die setzt sich bei mir aus frischen, unverarbeiteten Bio-Lebensmitteln mit möglichst wenig Zucker und wenig tierischen Produkten, ausreichend Wasser trinken und hochwertigen, natürlichen Nahrungsergänzungsmitteln zusammen. Gerade auch Letztere werden oft unterschätzt. Diese sind aber besonders dann wichtig, wenn man an einer Autoimmunkrankheit wie ich beispielsweise Hashimoto leidet. Denn der Nährstoffbedarf ist da besonders erhöht. Bestehen Vitamin- und Mineralstoffmängel, können sich diese stark auf die ganzheitliche Gesundheit und somit auf den Hormonhaushalt auswirken.

Wie unterstützen die Ätherischen Öle Dich bei den Wechseljahren?
Ätherische Öle sind konzentrierte natürliche Extrakte aus Samen, Stängeln, Wurzeln, Blüten, Ringen und anderen Pflanzenbestandteilen. Darunter gibt es zahlreiche Öle, die ausgleichend auf den Hormonhaushalt wirken und bei Symptomen wie Schwitzen, Schlafproblemen, emotionalen Achterbahnfahrten, Hautproblemen, Haarausfall etc. unterstützen können. Da ich die ätherischen Öle innerlich, äußerlich und aromatisch nutze, ist beste Qualität das A und O. Leider sind über 80 Prozent der ätherischen Öle auf dem Markt verunreinigt, gestreckt oder verfälscht. Deswegen sollte man sich hier sehr gut informieren und vor allem innerlich nur Öle nutzen, die Lebensmittelqualität haben.
Um noch einmal auf die Wechseljahre zurückzukommen, möchte ich hier meine Lieblingsöle hervorheben. Das sind Muskatellersalbei und sämtliche Blütenöle, die hormonell ausgleichend wirken und toll für eine schöne Haut sind. Ätherisches Pfefferminzöl ist gut bei Hitzewallungen und Kopfdruck, Lavendel und Vetiver gut für unseren Schlaf. Da mir die ätherischen Öle so am Herzen liegen und ich mein Wissen gern teile, gebe ich regelmäßig kostenlose Online- und Offlineworkshops dazu.

 „Ich darf Hilfe annehmen. Ich muss nicht jedes Thema allein bearbeiten. Es gibt da draußen so viele Spezialist:innen, die uns das Leben leichter machen. Go for it!“

Was rätst Du Deinen Kundinnen 40+ wie sie gut gestärkt in und durch die Wechseljahre kommen können?
Mein Lebensmotto ist: Alles ist für irgendetwas gut. Und das sehe ich auch so in Bezug auf die Herausforderungen in den Wechseljahren. Für mich ist diese Phase eher eine Möglichkeit und Chance, genau in mich hineinzuhorchen und mich noch besser kennen zu lernen. Ich sage mittlerweile viel öfter nein zu Dingen, die mir nicht mehr guttun. Und ich lasse mehr Raum für das, was mich körperlich und mental stärkt. Ich habe zahlreiche Erfahrungen sammeln dürfen, die jetzt zum Tragen kommen. Und ich darf Hilfe annehmen. Ich muss nicht jedes Thema allein bearbeiten. Es gibt da draußen so viele Spezialist:innen, die uns das Leben leichter machen. Go for it!

Weitere Infos gibt es auch hier: www.1fach-gesund.de

Fotos: Nancy Ebert, privat

Von der Kunst, noch mal neu anzufangen: „Irgendwie leuchtet gerade alles“

Von der Kunst, noch mal neu anzufangen: „Irgendwie leuchtet gerade alles“

Mit 55 Jahren krempelte Sabine Puschmann ihr Leben noch einmal auf links. Die freischaffende Künstlerin kaufte ein Haus am See, zog nach Mecklenburg-Vorpommern und eröffnete eine Kunstakademie. Eine Umbruch-Phase mit Härten, durchaus. Aber Sabine meisterte sie, ebenso wie die Menopause. Denn die Kunst und ihre neue Heimat gaben und geben ihr Kraft …

„Ich bin an dem Ort, an dem ich sein möchte.“ Sabine Puschmann hebt den Blick, richtet ihn hinaus auf das Wasser. „Wenn ich morgen sterben würde, dann wäre das nicht so schlimm.“ Das sagt sie so einfach. So leichthin, so nebenbei. Das schafft nur eine, die angekommen ist. Nicht nur in ihrem Gutshaus, irgendwo in einem 35-Seelen-Dorf in Mecklenburg-Vorpommern, sondern auch im Leben. Gar nicht leicht ist so etwas, erst recht für eine Künstlerin. Wie hat sie das gemacht? Das wird Sabine, die „Lebenskünstlerin“, manchmal von den Teilnehmerinnen gefragt, die ihre Malkurse besuchen. „Viele Frauen, die hierher in die Kunstakademie kommen, leben in einer Umbruch-Situation“, erzählt sie. „Sie sagen: ‚Wie schön Du es hast. Ich will das auch. Wie geht das?’“
Um darauf zu antworten, muss Sabine zurück auf Start, zurück zum Sommerurlaub 2015: Gemeinsam mit ihrem damaligen Lebensgefährten Michael, reiste sie durch Mecklenburg-Vorpommern. Glückliche Umstände – und die Suche nach einem guten Stück Kuchen – führten sie nach Woserin, mit einem Mal standen sie vorm Gutshaus. „Hier schien die Zeit stillzustehen, es war, als hätte jemand einen großen Schalter umgelegt.“ Der offensichtliche Leerstand des Gebäudes, die verträumte Lage am Seeufer faszinierte (….)

„Hier ist es wie in Kindertagen, alles so unbeschwert.“ Das ist einer dieser Sätze, die im Gutshaus Woserin häufiger fallen. Oder auch: „Der See erzählt ganz viel, man kann stundenlang mit ihm ins Gespräch kommen.“ Das Wasser, die Weite, das Licht – das alles wirkt. Wie gut, dass es dazu Leinwand und Farbe gibt.

Auch wenn es noch zwei Jahre dauern sollte, bis der Besitzer zum Kauf einwilligte, sie hatte sich schon an ihrem neuen Leben festgebissen. Und war bereit, ihr altes aufzugeben: In Bremen besaß sie ein „Familienhaus“, gut 20 Jahre hatte sie in ihm gelebt, hatte drei Kinder groß gezogen. „Aber diese Zeit war vorbei“, sagt die zweifache Großmutter, „ich liebe meine Familie, aber ein Leben allein als Oma sehe ich für mich nicht.“ Vielmehr sollten in der neuen Heimat das Unterrichten, die Malerei, das gemeinsame Tun mit anderen Künstlern in ihr Lebenszentrum wandern.

dieAlte: Sie haben mit 55 einen Neuanfang gewagt – haben die Wechseljahre in dieser Entscheidung auch eine Rolle gespielt?
Sabine Puschmann: Ich bin sehr spät in die Wechseljahre gekommen, da war ich bereits 57. 
Meine Entscheidung eine Freie Kunstakademie zu gründen, hat eher etwas mit einer Möglichkeit sich einen Traum zu erfüllen, zu tun.  Mutig und Entscheidungsfreudig war ich schon immer. Diese beiden Eigenschaften beinhaltet übrigens der künstlerische Prozess, der Neues schafft, indem man ziemlich oft Altes zerstört oder auch einfach Altes neu ordnet. Zerstörung klingt etwas aggressiv, ist aber gar nicht als solcher Akt gemeint.
Insofern hat mir meine Kunst und Kunst im Allgemeinen schon immer geholfen. Sie ist auch Ausdruck meiner Befindlichkeit.

Geboren und aufgewachsen in Halle, hatte die gelernte Buchbinderin erst in Leipzig Kunst studiert, dann in Bremen. Neben ihrer erfolgreichen Arbeit als freischaffende Künstlerin lehrte sie an einer niedersächsischen Hochschule und unterrichtete als Kunstpädagogin an Gymnasien. Erste Seminare, die sie von Zeit zu Zeit an einer privaten Akademie in Bayern gab, hatten ihr so viel Freude bereitet, dass sie davon nun mehr wollte. Viel mehr.
Trotzdem, trotz all der Aufbruchsstimmung: Als Sabine ihr denkmalgeschütztes Gutshaus 2017 kaufte und mit eigenen Händen zu renovieren begann, da war sie 55 Jahre und damit in einem Alter, in dem andere langsam an Ruhestand denken. Ihr eigener Vater zeigte ihr einen Vogel, der jüngste Sohn rebellierte.

dieAlte: Wie sind Sie mit der Kritik Ihrer Familie umgegangen?
Sabine Puschmann: Mein Vater hat sich inzwischen sein Leben genommen, leider konnte er nicht mehr sehen, was ich aufgebaut habe. Das finde ich sehr schade. Er hat niemals an meine Lebenspläne geglaubt. Das macht traurig. Manchmal spreche ich mit ihm unter dem weiten Himmelszelt über Woserin. Dann weiß ich, dass er wohlwollend auf mich schaut.
Meine Kinder haben sehr unterschiedlich reagiert, schließlich war das ein großes und für Außenstehende nicht ganz zu überschauendes Projekt.
Heute können sie mich verstehen und ich kann verstehen, dass sie Angst um mich hatten, denn meine Vorstellungskraft war eine größere und andere als die ihre. Es ist eine Freude, einen Platz geschaffen zu haben, an dem man gern zusammenkommt.

Wie karg und arbeitsreich der Weg zu diesem Platz allerdings zunächst war, davon erzählen Fotos in der Akademieküche: Eines zeigt eine weiße Plastikwanne unter einem Wasserhahn, die erste Waschgelegenheit, ein anderes ein einsames Bett vor einer rohen Ziegelwand. „Aber wenn ich abends auf meiner Terrasse stand“, so sagt sie, „dann war ich im Paradies.“
Gemeinsam mit Michael (…) arbeitete sie sich voran.
Raum für Raum. Erst machten sie sich an die Akademie, dann an die fünf Gästezimmer und die Ferienwohnung im Souterrain, nebenbei an die eigenen vier Wände. „Wenn es so sein soll, dann reicht auch die Kraft“, meint Sabine schlicht. „Ich habe nur selten Existenzängste, es genügt mir, wenn ich das Ruder steuern kann.“
Um ihren Neuanfang zu finanzieren, verkaufte sie ihr Bremer Haus, nahm einen Kredit auf, beantragte EU-Fördergelder, investierte ein Erbe. Zudem unterrichtete sie in den ersten Jahren weiter als Kunstlehrerin. Mit ihrem Feuereifer begeisterte sie andere Künstler, die als Dozenten an ihre Akademie kamen.
Ostern 2018 fand der erste Kurs statt, und Sabine spürte, „dass mein Konzept aufgehen würde“. Der „Geheimtipp“ sprach sich herum, die rund 30 Workshops, die die Akademie pro Jahr anbietet, füllten sich. Was für ein Glück.

 „Viele Frauen, die hierher in die Kunstakademie kommen, leben in einer Umbruch-Situation“

dieAlte: Mit Ihrer Kunst öffnen Sie Ihre Seele auch für andere – für viele Frauen ein schwerer Schritt, oft sprechen Sie nicht über vermeintliche Tabuthemen, wie die Wechseljahre – kann Kunst da Brücken bauen?
Sabine Puschmann: Ja, ich öffne mit meiner Kunst viel in den BetrachterInnen, wenn sie es denn wollen.
Es sind stille Gespräche, Spiegel, Übereinstimmungen oder Unterschiedlichkeiten in den Gedanken beim Lesen meiner Bilder. Das ist gut so.
Und wer ein Bild von mir besitzt, der geht in diese Auseinandersetzung.
Beim Betrachten ist man auf sich selbst zurück geworfen. Damit geht es einem manchmal so und manchmal so. Und das ist gut so.
Es ist aber auch meine Art zu lehren die mich selber immer wieder bereichert –deshalb habe ich meine eigene Freie Kunstakademie gegründet – Mut zu machen, seinen eigenen ganz individuellen Weg zu gehen. Den begleite ich in meinen Workshops.
Es macht mir ungeheuerliche Freude zu sehen, wenn jemand strahlend und glücklich sich selbst in seiner eigenen Arbeit begegnet und daraus wiederum schöpfen kann. Wunderbar!

Nichtsdestotrotz musste Sabine selbst erfahren, dass ihre Kraft nicht unendlich ist. Die viele Arbeit, die ständigen, körperlich herausfordernden Bautätigkeiten rissen nicht ab. In dem 1.000 qm großen Gebäude gab es unendlich viel zu tun. Und dann kam auch noch Corona, das Schließen der Akademie, der Stillstand, der auch Sabine das Ruder aus den Händen riss. Eines Tages wurde alles zu viel, die Beziehung zu Michael zerbrach, beide waren über die Maßen erschöpft.
Der Winter, der nun kam, wurde kalt und still. Mutterseelenallein saß Sabine in ihrem riesigen Haus am See. Ohne Kursteilnehmer, ohne Künstler, 300 Kilometer entfernt von ihrer Familie in Bremen. Harte Monate.
„Gib mir etwas zu tun“, sagte die Lebenskünstlerin – denn das, dieses eine war sie ja immer noch – schließlich zu Annette Jellinghaus, einer befreundeten Malerin im rheinischen Gevelsberg. „Gib mir etwas zu tun, sonst drehe ich durch.“ Aus der Lockdown-Not heraus entstanden die „Parallelgespräche“, ein völlig neues, heute auch für Gäste geöffnetes Kunstprojekt. Im Kern geht es darum, gemeinsam Kunst zu schaffen, aber verteilt auf heimische Ateliers. Orientierung bieten vorgegebene Arbeitsschritte, die jeder „Gesprächsteilnehmer“ seinem Verständnis nach, seinem Stil entsprechend, interpretiert, umsetzt und für die Mitstreiter dokumentiert. Das „Hineinschauen in die Köpfe der anderen“ erlebt Sabine als spannend und inspirierend, denn „als Künstlerin wurschtelt man ja viel vor sich hin“. Die Parallelgespräche brechen dies auf. Ist eines nach sechs Arbeitsphasen, die jeweils über zwei Wochen laufen, abgeschlossen, zeigen sich die Werke unter www.parallelart.de. (…)
Nach getaner Arbeit – mit dem Frühling 2021 kehrte das Leben ins Gutshaus Woserin zurück – genießt Sabine den Ausblick auf den See, der auch zum Baden einlädt. Die Künstlerin ist glücklich: „Irgendwie leuchtet gerade alles.“

dieAlte: Was raten Sie Frauen, die sich in einer Umbruchphase befinden – wie in den Wechseljahren? Welche Fehler können Sie vermeiden, welche Wege können Sie empfehlen? 
Sabine Puschmann: Ratschläge kann und will ich nicht geben. Weibliche Energie und Gespräche sind wichtig. Selbstbewusstsein. Eigenes tun. Im eigenen Tun sich finden. Was immer das auch ist. Da gibt es keine Fehler, die kann man selber nur machen und dazu stehen. Das ist Leben.

Mit 100 qm bietet das Atelier der Kunstakademie genug Platz für „Leinwandexperimente im Großformat“. So heißt einer der Kurse, die Sabine selbst leitet.

WIR TAUSCHEN STADTLUFT GEGEN LANDIDYLLE!
Land-Unternehmerinnen, die den „großen Schritt“ wagen und sich nicht nur ein eigenes Business, sondern auch ein zeitgemäßes, ein neues Landleben aufbauen: Was hat sie dorthin geführt? Welche Umstände haben den Wunsch nach Land geweckt? Wir öffnen die Türen malerischer Höfe und Landhäuser vom Odenwald bis an die Ostsee, mit eindrucksvollen Bildern und persönlichen Geschichten und zeigen Geschäftsideen großartiger Frauen voller Lebensfreude, Genuss und Hingabe.

 

GEKOMMEN UM ZU BLEIBEN von KerstinRubel
Callway, 45,00 Euro

 

Fotos: Ulrike Schacht