Dauerblutungen in den Wechseljahren – die unendliche Geschichte

Nov. 29, 2025

Die Toilette gleicht einem Tatort, in dem ein blutrünstiger Mord begangen wurde. Nach Monaten ohne Blutung jetzt das! Du fühlst dich völlig ausgelaugt und hast so gar keine Lust mehr auf diese extrem starke und nicht vorübergehenden Blutungen.

Starke Blutungen in den Wechseljahren, ein Thema, dass so nervig ist wie ein Gast, der nicht begreift, dass es Zeit ist, zu gehen.

Woher kommt der ungeladene Gast?

Die Dauerblutungen in den Wechseljahren, Menorrhagie genannt, haben ihre Wurzeln natürlich ebenso in den hormonellen Veränderungen, die während der Perimenopause stattfinden. Eine hormonelle Achterbahn, die mal nach oben schießt, um dann rasant in die Tiefe zu stürzen.

 

„Dauerblutungen in den Wechseljahren sind so angenehm wie ein Marathon in High Heels – nämlich gar nicht. Aber mit Detektivarbeit, dem richtigen Support und hoffentlich einer Prise Humor finden sich Wege, den ungebetenen Gast höflich, aber bestimmt zur Tür zu führen.“

Lass uns den Zyklus noch mal in Erinnerung rufen

Aufbau der Gebärmutterschleimhaut
Im ersten Teil des Menstruationszyklus, der als Follikelphase bekannt ist, wird die Gebärmutterschleimhaut unter dem Einfluss des Hormons Östrogen aufgebaut. Dieser Prozess bereitet die Gebärmutter auf eine mögliche Schwangerschaft vor.

Eisprung (Ovulation)
Ungefähr in der Mitte des Zyklus löst ein Anstieg des luteinisierenden Hormons (LH) den Eisprung aus. Ein Eierstock gibt eine Eizelle frei, die dann in den Eileiter wandert, wo sie befruchtet werden kann.

Nach dem Eisprung
Beginn der Lutealphase. Das leere Follikel, das die Eizelle freigegeben hat, wird zum Corpus luteum, welches Progesteron produziert. Progesteron hilft dabei, die Gebärmutterschleimhaut weiter zu stabilisieren und für eine eingetretene Schwangerschaft vorzubereiten. Wenn keine Befruchtung stattfindet, sinken die Progesteron- und Östrogenspiegel.

Menstruation
Der Rückgang dieser Hormone führt dazu, dass die Gebärmutterschleimhaut nicht weiter aufrechterhalten wird und sich ablöst. Dies führt zur Menstruation, bei der die Schleimhaut zusammen mit Blut durch die Vagina ausgeschieden wird.

 

Was sich in den Wechseljahren verändert

Östrogen- und Progesteron Ungleichgewicht
Die Wechseljahre kennzeichnen den Übergang in eine Lebensphase, in der die Eierstöcke weniger Östrogen und Progesteron produzieren. Wenn das Gleichgewicht dieser Hormone gestört ist, kann es zu einer Verdickung des Endometriums (Gebärmutterschleimhaut) kommen. Wenn dieses verdickte Gewebe abgestoßen wird, kann es zu langen und starken Blutungen kommen.

Körperliche Veränderungen und Erkrankungen
Auch wenn die hormonelle Achterbahnfahrt der Wechseljahre meist der Grund für starke Blutungen ist, gibt es ernsthafte Erkrankungen wie Polypen, Myome und in seltenen Fällen Endometriose oder Gebärmutterkrebs, die unbedingt ausgeschlossen werden müssen. 

 

Was tun gegen den Party-Crasher?

Arztbesuch
Zuerst einmal ärztlich abklären. Bevor du dich in irgendwelche Selbsthilfestrategien stürzt, lass bitte abklären, dass diese Dauerblutungen wirklich nur ein Symptom der Wechseljahre sind und nicht etwa das rote Fähnchen für etwas Ernstes. Zusammen mit deiner Ärzt:in kannst du eine sinnvolle Strategie entwickeln, um den ungebetenen Gast wieder loszuwerden.

 

Welche Strategien gibt es?

Lifestyle anpassen
Eine ausgewogene Ernährung, reich an Eisen und Vitaminen, kann helfen, den Körper zu stärken und den Blutverlust auszugleichen. Lebensmittel mit Vitamin K (wie grünes Blattgemüse) können zur Blutgerinnung beitragen. Omega-3-Fettsäuren, die in Fisch und Leinsamen vorkommen, können ebenfalls unterstützend wirken.

Regelmäßige Bewegung und Stressmanagement sind nicht nur gut für die Seele, sondern können auch helfen, die Hormonschwankungen abzumildern.

Hilfe aus der Natur
Es gibt eine Vielzahl pflanzlicher Präparate und Heilkräuter, die bei Wechseljahresbeschwerden helfen. Von Soja über Rotklee bis hin zu Traubensilberkerze – der Garten Eden bietet einige Optionen. Hier ist es ratsam, geschulte Personen aus der Apotheke oder eine Heilpraktikerin zurate zu ziehen.

Bewährt haben sich folgende natürliche Mittel:

  • Himbeerblättertee: Wird oft zur Unterstützung der weiblichen Gesundheit getrunken und kann helfen, den Menstruationszyklus zu regulieren.
  • Schafgarbentee: Bei Menstruationsbeschwerden und zur Reduzierung starker Blutungen.
  • Mönchspfeffer: Regulierung des hormonellen Gleichgewichts, sollte über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, um Wirksamkeit zu zeigen.

Akupunktur und Akupressur
Diese traditionellen chinesischen Therapieformen können helfen, das hormonelle Gleichgewicht zu regulieren und Menstruationsbeschwerden zu lindern.

Hormone ausgleichen
Eine Möglichkeit ist die Hormonersatztherapie (HRT) mit bioidentischen Hormonen. Sie kann dabei helfen, den Hormonhaushalt zu stabilisieren und somit die Achterbahn etwas ruhiger fahren zu lassen. Nicht jede Frau ist eine Kandidatin für die HRT, und es gibt Risiken und Nebenwirkungen, die besprochen werden müssen und von deiner Gynäkolog:in begleitet.
Deine Ärzt:in könnte auch in Erwägung ziehen, dir eine niedrig dosierte Gestagen Pille zu verordnen, um das Auf und Ab auszugleichen. Die ist dann nicht bioidentisch, doch manchmal muss frau abwägen, welches das kleinere Übel ist.

Rotes Tagebuch
Führe ein Blutungstagebuch. Es hilft dir und deiner Ärzt:in, ein Muster zu erkennen und entsprechend zu handeln.

 

Fazit

Dauerblutungen in den Wechseljahren sind so angenehm wie ein Marathon in High Heels – nämlich gar nicht. Aber mit Detektivarbeit, dem richtigen Support und hoffentlich einer Prise Humor finden sich Wege, den ungebetenen Gast höflich, aber bestimmt zur Tür zu führen. Erinnere dich: Du bist nicht allein auf dieser wilden Fahrt, und es gibt Hilfe und Hoffnung.

 

Wer kann uns Frauen in der Menopause unterstützen und aufklären? Dr. Google? Nein, Nadja! Sie ist ausgebildete Wechseljahreberaterin und Lifecoach. In ihrer Arbeit und auf dem Blog www.ohneregel.de konzentriert sie sich auf drei wichtige Säulen: Wissen über die Wechseljahre, die persönliche Entwicklung und Entspannungstechniken.

Fotos: www.flaticon.com, www.ohneregel.de