Warum du deine Hörgesundheit ernst nehmen solltest
Beim Wechseljahre–Symptom-Potpourri stoßen wir mit diesem Thema in Regionen vor, die noch weniger mit den Wechseljahren in Verbindung gebracht werden: Hörprobleme: Hörsturz, Tinnitus und Hörverlust.
Mir ist in letzter Zeit aufgefallen, dass ich den Gesprächen in einer Gruppe schlechter folgen kann, wenn die Hintergrundgeräusche zu laut sind. Dafür höre ich immer, wenn es eine Maus zu retten gibt, die meine Katze zum Spielen nach Hause gebracht hat. Die Veränderungen beginnen in feinen Facetten. Warum du deine Hörgesundheit wichtig nehmen solltest, kannst du hier nachlesen.
Doch erst schauen wir kurz nach den Ursachen für Hörprobleme
Hormonchaos
Wie bei so vielen Dingen in den Wechseljahren, spielt auch hier das liebe Östrogen eine Hauptrolle. Östrogen wirkt nämlich nicht nur auf Knochen und Haut, sondern auch auf unsere Blutgefäße. Weniger Östrogen bedeutet, dass die Durchblutung der Ohren und des Innenohrs nachlässt, was die feinen Hörzellen weniger gut versorgt – und voilà, es kann zu Tinnitus, Hörsturz oder schleichendem Hörverlust kommen.
Außerdem sind Hormonrezeptoren im gesamten Körper verteilt, was grundsätzlich die vielen Wechseljahre-Symptome erklärt.
Stress-Level auf Anschlag
Wechseljahre sind oft auch eine stressige Zeit. Hormonelle Umstellungen, Alltagsbelastungen und manchmal schlaflose Nächte – Stress wirkt sich negativ auf das Gehör aus. Tinnitus (dieses nervige Pfeifen im Ohr) und Hörsturz können Stresssymptome sein, wenn das System plötzlich überlastet ist. Das Innenohr ist sehr empfindlich auf Durchblutungsstörungen, die durch Stress ausgelöst werden.
Durchblutungsprobleme
Der Rückgang der Hormone kann zu einer schlechteren Durchblutung führen, und wenn die feinen Blutgefäße im Ohr nicht mehr optimal durchblutet werden, hat das Auswirkungen auf das Hörvermögen. Dies kann sich schleichend in einem Hörverlust bemerkbar machen oder – wie ein Blitz aus heiterem Himmel – als Hörsturz auftreten.
Veränderung der Sinneswahrnehmung
Es ist bekannt, dass die Wechseljahre nicht nur körperliche, sondern auch sensorische Veränderungen mit sich bringen können. Eine hormonelle Umstellung kann dein Hörzentrum beeinflussen und die Art, wie du Geräusche wahrnimmst, verändern – das kann zu Überempfindlichkeiten, aber auch zu einem Tinnitus führen.
„Weniger Östrogen bedeutet, dass die Durchblutung der Ohren und des Innenohrs nachlässt, was die feinen Hörzellen weniger gut versorgt – und voilà, es kann zu Tinnitus, Hörsturz oder schleichendem Hörverlust kommen..“
Was kannst Du dagegen tun?
Keine Panik, du musst jetzt nicht mit Ohrstöpseln durch den Tag gehen. Es gibt einige wirksame Maßnahmen, die dir helfen können, Tinnitus, Hörsturz und Hörverlust zu verhindern oder zu lindern:
Nimm den Stress raus
Stress ist ein häufiger Auslöser für Tinnitus und Hörsturz. Wenn du das nächste Mal das Gefühl hast, dass dir alles zu viel wird, atme tief durch und gönne dir Pausen und Ruhe. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Atemübungen können Wunder wirken. Und hey, auch ein Glas Lieblingsgetränk in der Badewanne zählt!
Bewegung und frische Luft
Regelmäßige Bewegung fördert die Durchblutung, und das gilt auch für die Blutgefäße im Innenohr. Ein Spaziergang, Radfahren, Gymnastik, fang an! Alles, was die Durchblutung anregt, hilft, dein Gehör zu schützen.
Ohren checken lassen
Falls Du erste Anzeichen wie Ohrgeräusche oder ein Gefühl von Druck im Ohr bemerkst, geh lieber einmal zu viel als zu wenig zum HNO-Arzt. Gerade beim Hörsturz ist schnelles Handeln wichtig. Da gibt es Medikamente, die die Durchblutung im Innenohr fördern und Schäden verhindern können. Außerdem wurde nachgewiesen, dass Schwerhörigkeit Demenz unterstützt (*), wenn sie nicht behandelt wird.
Ernährung auf Vordermann bringen
Gesunde Ernährung hilft nicht nur deinen Knochen, sondern auch deinem Gehör. Besonders Antioxidantien, Omega-3-Fettsäuren und B-Vitamine wirken sich positiv auf die Blutgefäße aus und fördern die Versorgung der Hörzellen.
Hormonersatztherapie
Oft hat frau ja schon so einiges versucht. Wenn du damit nicht zufrieden warst, kann eine Hormonersatztherapie eine Option sein. Die sorgt dafür, dass der Hormonspiegel nicht zu sehr absackt und das Gehör möglicherweise besser geschützt bleibt. Aber auch hier gilt: Informiere dich gut und sprich mit deiner Ärztin!
Ohren schützen
Vielleicht beim Headbangen die Kopfhörer nicht zu krass laut stellen 😉
Geduld ist eine Tugend
Gerade Tinnitus ist leider oft ein Störenfried, der nicht so schnell verschwindet. Manche Frauen gewöhnen sich mit der Zeit an das Geräusch und empfinden es weniger störend. Entspannungsübungen und Techniken, um den Fokus auf etwas anderes zu richten, können helfen.
Zusammengefasst: Hormone, Stress und Durchblutungsprobleme sind die Hauptverursacher für Tinnitus, Hörsturz und Hörverlust in den Wechseljahren. Bleib entspannt, achte auf deinen Lebensstil und suche rechtzeitig professionelle Hilfe, wenn deine Ohren sich melden – so wirst du lange weiterhin dem schönen Klang des Lebens lauschen können!
„Selbst mir als Gynäkologin war lange Zeit nicht klar, dass unsere Hormone sogar unser Ohr beeinflussen. Ein Tinnitus war mir lange Zeit als Wechseljahressymptom unbekannt. Dabei leiden so viele Frauen darunter!“
Dr.med. Judith Bildau
Zitat aus dem Interview „Hormone verstehen – Expertinnen-Interview mit Gynäkologin Dr. med. Judith Bildau“
(*) Studie: Brewster, K.K., et al., Considering hearing loss as a modifiable risk factor for dementia. Expert Rev Neurother, 2022. 22(9): p. 805-813. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36150235/
Wer kann uns Frauen in der Menopause unterstützen und aufklären? Dr. Google? Nein, Nadja! Sie ist ausgebildete Wechseljahreberaterin und Lifecoach. In ihrer Arbeit und auf dem Blog www.ohneregel.de konzentriert sie sich auf drei wichtige Säulen: Wissen über die Wechseljahre, die persönliche Entwicklung und Entspannungstechniken.
Fotos: www.flaticon.com, www.ohneregel.de


