Weil die Wechseljahre einfach zu unserem Leben dazugehören – Die besten Tipps von Bloggerin Ursula (55)

Weil die Wechseljahre einfach zu unserem Leben dazugehören – Die besten Tipps von Bloggerin Ursula (55)

Gesunde, aber leckere vegetarisch-vegane Rezepte, modische Anregungen, Beauty und Lifestyle, Reisen und spannende Bücher – all das präsentiert Ursula auf Instagram und ihrem Online-Magazin immerschick.de 
Vor allem Frauen Ü50 möchte die Journalistin, Buchautorin und Bloggerin mit ihren Beiträgen zur Seite stehen – und das tut sie! Expertin ist Ursula in fast allen Bereichen, hat sich sogar öfter ins TV gewagt („Shopping Queen“, „Küchenschlacht“), und sie weiß – auch aus eigener Erfahrung – was uns Wechselfrauen gut tut (körperlich und geistig in Bewegung zu bleiben ) und was nicht (Alkohol!). Nachhaltigkeit und Slow Fashion liegen ihr besonders am Herzen. „Denn vielleicht können wir die Welt ein kleines bisschen besser machen.“ Was jede Frau in ihrem Leben positiv verändern kann, hat Ursula uns im Interview verraten …

dieAlte: Du hast mit 51 Deinen Blog immerschick.de über Nachhaltigkeit, Slow Fashion, Reisen und Ernährung und Naturkosmetik gegründet, das war im Juli 2019. Wie kam es dazu, dass Du noch mal was Neues starten wolltest?

Ursula: Ich blogge eigentlich schon sehr viel länger. Irgendwann vor gefühlt 15 Jahren hab ich mit einem Foodblog angefangen, er hieß FranzAllesmitLiebe, benannt nach unserem geliebten Hund. 2016 hab ich dann bei Shopping Queen VOX mitgemacht. Das war eine so einschneidende Erfahrung, dass ich darüber auf dem Blog in fünf Teilen berichtet habe. Und das waren dann meine bestbesuchten Artikel ever 😉. Aus dieser Erfahrung heraus und nachdem ich einen weiteren Blog namens Erbsenkönigin zum Thema Hochsensibilität wieder aufgegeben hatte, beschloss ich endlich alle meine Interessen, also Rezepte, Mode, Reisen, Bücher und allgemeine Frauenthema unter einen Hut zu bringen und habe immerschick.de, ein Online-Magazin für ü50ies gegründet und damit neu gestartet.

Slow Fashion und Mode liegen Ursula sehr am Herzen. 2016 hat sie bei Shopping Queen VOX mitgemacht.

Du hast tolle vegetarische und vegane Rezepte auf Deinem Blog. Diese Ernährung ist für Frauen in den Wechseljahren sehr gut. Wie ist es da bei Dir?
Bist Du schon lange Vegetarierin oder hast Du erst, wie ich Deine Ernährung umgestellt?

Aus Tierliebe hatte ich schon lange mit der fleischfreien Ernährung geliebäugelt. 2017 war ich dann Teilnehmerin in der Küchenschlacht im ZDF. Am Mittwoch flog ich raus, weil meine Kalbfleisch zäh war. Das war dann der Schlusspunkt. Ich nenne es „die Rache des Kälbchens“ 😉. Seitdem leben mein Mann und ich als Flexitarier, das heißt, Fisch kommt – auch immer seltener – auf den Tisch.
Ernährung war mir immer schon sehr wichtig, 2019 habe ich ein Kochbuch geschrieben und fotografiert. Denn was wir in uns hineingeben, ist eines der wichtigsten Dinge im Leben. Die Deutschen pflegen ihre Autos oft besser als ihren Körper. Nahrung ist unser Treibstoff. Und je älter wir werden, desto wichtiger wird sie, denn dann verzeiht er nicht mehr so schnell alles wie früher. Der Stoffwechsel verlangsamt sich. Pflanzliche Proteine werden wichtiger, damit wir nicht zu viel Muskelmasse abbauen. Und wenn der Eisprung fehlt, verbrauche wir täglich eine ganze Menge Kalorien weniger. Deshalb nimmt frau in den Wechseljahren schneller zu und es fällt schwerer abzunehmen.
Ein weiterer Augenöffner war das Thema Alkohol. Ich habe ihn immer schlechter vertragen und lasse ich seit drei Jahren ganz weg. Seitdem hat sich das Thema schlechter Schlaf und Schwitzen erledigt. Da gibt es einige Zusammenhänge, über die niemand spricht. Wer Alkohol konsumiert, dessen Leber ist danach komplett damit beschäftigt, die normale Fettverbrennung wird gestoppt. Folge: neben dem Hangover am nächsten Tag nehmen wir auch noch zu. Und das Brustkrebsrisiko, das mit dem Alter sowieso steigt, vervielfacht sich auch noch. Unbequem aber wahr leider.

„Wer Alkohol konsumiert, dessen Leber ist danach komplett damit beschäftigt, die normale Fettverbrennung wird gestoppt. Folge: neben dem Hangover am nächsten Tag nehmen wir auch noch zu. Und das Brustkrebsrisiko, das mit dem Alter sowieso steigt, vervielfacht sich auch noch. Unbequem aber wahr leider.“

Wie sind so Deine Wechseljahre? Kommst Du da ganz gut mit kleinen Tricks durch oder gehörst Du zu der Gruppe Frauen, die ein paar mehr Symptome als Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen haben?

Bei mir fing das alles – unwissentlich – sehr früh an. Da war mein Sohn auch noch sehr klein. Eine total stressige Zeit. Dann kamen noch einige Schicksalsschläge innerhalb eines halben Jahres dazu. Ich litt unter starken Stimmungsschwankungen und entwickelte ein Angststörung mit mittelschweren Panikattacken. So fand ich heraus, dass ich hochsensibel bin. Eine Naturheilpraktikerin hat mir sehr geholfen. Erst viel später fingen die Hitzewallungen, Gewichtszunahme et cetera an.
Besonders beunruhigt hatten mich Herzbeschwerden: von Herzrasen bis Extrasystolen. Also eine Art Rumpeln kann man schlecht beschreiben. Ich kann mir das nur über das Schwitzen und Hormonschwankungen erklären. Geholfen haben mir letztendlich Magnesium und Kalium.
Nun dachte ich vor ein paar Monaten, ich bin durch damit, aber es gibt immer mal wieder Phasen mit Symptomen.

Als die Wechseljahre bei Dir anfingen, wusstest Du gleich, was los war und warst informiert oder gab es auch unsichere Momente, dass Du dachtest: Was ist das denn jetzt? Und wieso bekomme ich das?

Wie oben beschrieben wusste ich überhaupt nicht, was los war mit mir. Von der Perimenopause hatte ich noch nie gehört. Ich habe einige Gleichaltrige gefragt, niemand wollte sich so richtig austauschen. Meine Mutter hatte mit 40 eine Totaloperation, auch null Info von ihrer Seite. Aber ich kann mich noch gut an ihr Schwitzen erinnern. Oft hörte ich die lapidare Bemerkung: „Du bist doch noch viel zu jung!“
Einzig der Frauenarzt meinte: „Das ist ganz normal, Sie sind jetzt in einer zweiten Pubertät.“ Mir fehlte Aufklärung und Gespräche mit anderen Frauen sehr.
Deshalb bin ich wirklich sehr froh, dass es inzwischen einige Plattformen wie deine gibt, die informieren und zum Austausch einladen. Das finde ich einfach toll. Über die Pubertät sprechen wir doch auch ständig, warum also nicht über die Wechseljahre?! Ich verstehe es nicht, warum das oft noch so ein Tabuthema ist. Es gehört zum Leben dazu.

„Frau ist nie zu alt, Neues anzufangen. Wir gehören lange noch nicht zum alten Eisen. Wenn wir so denken, dass wir ja fast noch das halbe Leben vor uns haben, sollten wir umso pfleglicher mit unserem Körper umgehen – natürlich auch mit der Seele. „

Hast Du Tipps, wie Frau gut durch die Wechseljahre kommt und gesund altert?

Frau ist nie zu alt, Neues anzufangen. Wir gehören lange noch nicht zum alten Eisen. Wenn wir so denken, dass wir ja fast noch das halbe Leben vor uns haben, sollten wir umso pfleglicher mit unserem Körper umgehen – natürlich auch mit der Seele.
Das Thema Ernährung hatten wir ja schon. Es gibt viele gute pflanzliche Präparate, um besser durch die Wechseljahre zu kommen. Auch etwas wie Scheidentrockenheit und Sexualität sollten keine Tabuthemen mehr sein.
Wichtig ist, denke ich, in Bewegung zu bleiben – sowohl geistig wie körperlich. Und je eher wir uns damit abfinden, dass wir älter werden, umso besser können wir die „besten Jahre“ auch genießen. Wir haben wieder viel mehr Freiheit, das zu tun, was uns Spaß macht. Es ist nie zu spät. Das Leben ist jetzt.

„Und je eher wir uns damit abfinden, dass wir älter werden, umso besser können wir die „besten Jahre“ auch genießen.“

Schminktante Anja Frankenhäuser

Weitere Infos zu Ursula und ihren Blog gibt es hier:
www.immerschick.de oder auf Instagram: @immerschick.de

Fotos: Dietmar Grün, Tom Rolfs, Patrick Schrepf

Jennifer Aniston

Jennifer Aniston

Echt jetzt? Jennifer Aniston feiert ihren 54 Geburtstag!? Die Hollywood-Schauspielerin wirkt doch noch fast unverschämt jung! Wie sie das schafft? Mit diesen 5 Feel-Good-Geheimnissen:

1. Feel-Good-Mindset

„Ich finde, dass unsere Körper wunderschön sind, und ich denke, es ist wichtig, sie zu feiern und sich in ihnen wohlfühlen, egal, in welchem Alter“ – davon, ist Jen überzeugt. Und wir auch! Klar, jede Frau hat „Problemzönchen“, die sie an sich nicht so mag. Das ist normal. Wichtig ist, wie wir damit umgehen. Am besten offen – so wie die US-Amerikanerin. An ihrem 40. Geburtstag entdeckte sie ein langes graues Haar: „Es hat mich tatsächlich ein bisschen zum Weinen gebracht.“ Die Tränen waren aber schnell getrocknet und der „Friends“-Star steht dazu, sich die Haare färben zu lassen. Ganz und gar positiv am Alter und den Wechseljahren findet Jennifer, dass endlich nicht mehr darüber spekuliert wird, ob sie schwanger sei. Sie hatte alles versucht, blieb aber kinderlos. Die Gerüchte um einen Babybauch machten sie oft traurig. Auch deshalb lautet ihre Botschaft an alle Frauen: „Macht Euch keine Sorgen. Versucht nicht darüber nachzudenken, was die anderen Leute denken. Und holt Euch etwas früher Hilfe.“

„Ich finde, dass unsere Körper wunderschön sind, und ich denke, es ist wichtig, sie zu feiern und sich in ihnen wohlfühlen, egal, in welchem Alter“

2. Feel-Good-Manager

Davon hat Jennifer gleich drei! Ihre Namen: Lord Chesterfield, Sophie und Clyde. Die Vierbeiner machen das Leben der „Golden Globe“-Gewinnerin fröhlicher und gesünder. Schließlich gehen alle zusammen nicht nur Gassi. Wenn Jen ihren Körper beim Workout stählt, sind die drei Wuffels in ihrer Nähe und motivieren sie. „Nach dem Training fühle ich mich wirklich schön, weil ich mich um meinen Körper gekümmert habe, voller Glücksgefühle bin und mein ganzer Körper gut durchblutet ist.“, so Jen. Auf ihrem Trainingsplan stehen Boxen, Yoga und Ausdauertraining im Wechsel. Jede Sport-Einheit beendet sie mit einem Besuch in der Infrarotsauna. Und dann werden die Fellnasen geknuddelt. Hunde streicheln macht wissenschaftlich erwiesen richtig glücklich Verantwortlich für dieses Wohlbefinden ist unter anderem das Kuschelhormon Oxytocin, das bei Berührungen und auch bei Blickkontakt zwischen Mensch und Hund auf beiden Seiten ausgeschüttet wird. „DieAlte“ kann das alles aus eigener Erfahrung nur bestätigen! Feel-Good-Managerin Lotte (@LottevomBirkensee) leistet hier auch jeden Tag ganz Arbeit!

 

3. Feel-Good-Food

Jeden Morgen ein Kaffee mit Kollagenpulver – das ist für Jennifer längst zum Ritual geworden. Weil es das Wohlbefinden von innen stärkt und Falten vorbeugt. Zudem tut es den Gelenken gut. Auch die Kino-Ikone kann nämlich nicht mehr wie früher aufspringen, besonders ihre Knie machten ihr Probleme. Dennoch sagt Aniston: „Mein Körper fühlt sich besser an als je zuvor.“ Das liegt auch an ihrem gesunden Frühstück: Jeden Tag schlägt sie ein Ei in eine Schüssel, trennt es, verquirlt das Eiweiß und mischt es unter ihre Haferflocken. Das verleiht dem Frühstück nicht nur den ultimativen Protein-Kick, sondern macht es auch besonders fluffig. Ein Löffel Honig und etwas Zimt runden die erste Mahlzeit ihres Tages perfekt ab. Wichtig: Erst die Haferflocken mit etwas Wasser zum Kochen bringen und dann das Eiweiß hinzu geben.

Hier sind zwei von ihren Fell-Lieblingen. Und natürlich giebt es auch bei Jennifer einen Bad-Hair Day.

„Mein Körper fühlt sich besser an als je zuvor.“

4. Feel-Good-Outfit

Wir kennen sie alle – diese Tage, an denen wir uns nicht wohlfühlen, weil zum Beispiel der Bauch ein bisschen aufgebläht ist. Das richtige Kleidungsstück kann da ganz schnell helfen, damit wir mit unserem Spiegelbild wieder happy sind. Jennifer schwört auf Blazer, bequeme (!) Skinny Jeans oder ein Midikleid. All diese Basics verlängern die Silhouette und kommen nie aus der Mode. Außerdem betont die Fashion-Expertin immer nur ein Körperteil, also zum Beispiel entweder die Beine oder das Dekolleté. So wird der Blick dort hin- und von anderen Stellen abgelenkt. Einfach, aber wirkungsvoll!

 

5. Feel-Good-Pläne

Im Job war sie immer erfolgreich und er macht sie auch glücklich. Ab März ist Jennifer in der Netflix-Fortsetzung „Murder Mystery 2“ zu sehen. Allerdings überlegte sie früher mal, ob sie nicht doch lieber Innenarchitektin werden sollte. Das wäre auch heute noch ihr Wunschberuf, wenn es ihr vor der Kamera mal zu viel werden würde. Allein einen Plan B zu haben, hilft einem oft durch schwierige Momente im Beruf. Auch Liebeskrisen hat die Leinwand-Schönheit schon oft überwunden. Sowohl die Ehe mit Brad Pitt (2000-2005) als auch mit Justin Theroux (2015-2017) scheiterten. Jetzt wünscht sie sich einen Mann, der nicht berühmt ist. Ein Plan, der funktionieren könnte!

Fotos: IMAGO / Runway Manhattan; allure: Fashion stylist: Shibon Kennedy. Hair: Chris McMillan. Makeup: Gucci Westman. Manicure: Kim Truong and Diem Truong. Set design: Jeremy Reimnitz/ Spencer Vrooman Studio. Production: Viewfinders.; @jenniferaniston

 

Menopause mit 40? Ja, das gibts! Und so hat Doro das Beste draus gemacht

Menopause mit 40? Ja, das gibts! Und so hat Doro das Beste draus gemacht

Mit 40 ist frau noch nicht in der Menopause! Auf keinen Fall! Das hörte Doro von ihrer Ärztin und glaubte es auch selbst. Aber von wegen! Die Bloggerin war sogar schon mit den Wechseljahren durch, als sie endlich die richtige Diagnose für alle ihre Symptome wie geschwollenen Lymphknoten am Hals, Herzrasen, Bluthochdruck, zitternde Hände etc. bekam. Allerdings ging es ihr auch mit dem Wissen, dass sie nicht schwerkrank ist, sondern „nur“ in der Menopause, lange nicht besser. Weil sie zu wenig Infos hatte, nicht die richtigen Medikamente bekam und niemand wirklich über das Thema sprach. Heute ist Doro aufgeklärt, kennt ihre Symptome, weiß was sie gegen Nachtschweiß, Brennen im Mund und Blasenentzündungen machen kann. Sie ist eine der Frauen, die sich selbst geholfen, die Wechseljahre von allen Seiten beleuchtet und viel Gutes gefunden hat. Wie sie das gemacht hat, darüber haben wir mit ihr gesprochen …

dieAlte: Menopause mit 40? Das die Wechseljahre früher losgehen als wir denken, wissen die meisten Frauen jetzt – aber mit 40 ist doch etwas früh …

Doro: Als meine Symptome begannen, führte mich meine Intuition zuerst zu meiner Frauenärztin. Ich litt unter Schwindel, Watte im Kopf, Vergesslichkeit, Panikattacken auf der Autobahn, ich war ständig müde, konnte fast im Stehen einschlafen, ich hatte einen geschwollenen Lymphknoten am Hals, Herzrasen, konnte keinen Kaffee mehr trinken, ohne dass sich die Welt plötzlich rasend schnell drehte, mein Blutdruck war immer mal zu hoch und meine Hände zitterten, dass ich fast schon keinen Löffel mehr zum Mund führen konnte. Ich mochte plötzlich niemanden mehr, ich war genervt und weinerlich. Damals verhütete ich mit der Milena Hormonspirale und dachte, dass meine Beschwerden Nebenwirkungen der Spirale wären. Aber die Gynäkologin meinte, meine Symptome wären nichts Gynäkologisches und schickte mich wieder weg. Also besuchte ich gefühlt alle anderen Ärzte: einen Hausarzt, 2 Orthopäden, einen Neurologen, einen Kardiologen, … ich dachte, ich hätte eine unheilbare Krankheit.

Wie war es für Dich, das Du das Gefühl hattest, das Dich keiner ernst nimmt?

Sie nahmen mich schon irgendwie ernst und jeder Arzt „fand“ auch was, was er behandeln konnte. Ich bekam 2 MTR´s, Akupunktur, neurologische Untersuchungen wurden durchgeführt und ich bekam regelmäßig Spritzen in Triggerpunkte. Ich habe die Krankenkasse richtig viel Geld gekostet. Aber die Beschwerden wurden nicht besser. Ich habe sogar meinen Job gekündigt, weil ich nicht in der Lage war, die fast 50 km zur Arbeit zu fahren. Irgendwann sagte meine Mutter: „Lass doch mal deine Hormone checken, vielleicht sind es ja die Wechseljahre!“
Und hatte Deine Mutter recht und Du warst in den Wechseljahren, also der Perimenopause?
Ich war entsetzt, als meine Mutter das Wort Wechseljahre aussprach. Hallo, ich bin erst 40 und nicht 140! So was von der eigenen Mutter! Aber ich war schon bei jedem anderen Arzt gewesen, also ging ich wieder zu meiner Gynäkologin. Ich musste sie austricksen, mir Blut abzunehmen, denn für die „Wechseljahre sind Sie noch viel zu jung“. Aber da ich unter der Mirena keine Blutungen hatte und weil ich behauptet habe, meine Mutter wäre auch früh Wechseljahre gekommen, nahm sie mir Blut ab. Das Ergebnis: Hormone kaum messbar, FSH hoch. Die Diagnose: Sie sind nicht in den Wechseljahren, sie sind damit schon durch. Postmenopause.

„Ich war entsetzt, als meine Mutter das Wort Wechseljahre aussprach. Hallo, ich bin erst 40 und nicht 140!“

Das ist ja krass, wie ging es dann weiter?Die Ärztin war bestürzt und hat mir dringend nah gelegt, Hormone zu nehmen, am besten die Pille, weil ich diesen frühen Hormonmangel mit 40 unbedingt ausgleichen sollte, um Alterskrankheiten vorzubeugen (die Ärzte wissen also schon, dass fehlende Hormone Alterskrankheiten verursachen können).

Da ich glaube, dass die vorzeitigen Wechseljahre mit der Mirena zusammenhängen, wollte ich keine synthetischen Hormone nehmen, diese Hormone haben Nebenwirkungen. Meine Eierstöcke sind nach der Mirena im Ultraschall kaum zu erkennen, man fragt mich immer, ob ich noch welche habe.
Ich holte mir bei mehreren Gynäkolog:Innen Rat und war auch bei einem Endokrinologen, der festgestellt hat, dass auch meine Schilddrüse Antikörper produzierte. Alle sagten, dass ich am besten die Pille nehmen sollte, also nahm ich sie dann doch. Aber so richtig gut fühlte ich mich nicht damit.

Dann kam ich an einen Gynäkologen, der kurz vor der Pensionierung stand, der mir immer wieder meine Hormone im Blut bestimmt hat, ohne dass ich dafür bezahlen musste. Er erkannte, dass die Pille nicht reichte. Er war der Erste, der mir Gynokadin und Famenita verschrieben hat. Danach ging er leider in Rente 🙂 Bis ich die für mich richtige Dosierung gefunden habe, hat es noch ein Jahr gedauert.
Ich war bei einer Gynäkologin, die mich mit den bioidentischen Hormonen weiterbehandelt hat, aber ich hatte manchmal immer noch Beschwerden, ich war sehr müde vom Famenita und das Gynokadin schien nicht richtig zu wirken.

Du hast noch mal den Gyn gewechselt…. Warum? Hat es geholfen?

Als das Gynokadin nicht wirklich wirkte, wusste die Ärztin nicht weiter, sie kannte nichts anderes und wollte mir dann synthetische Hormone verschreiben. Damit fühlte sie sich jedoch selbst nicht wohl. Sie hatte eine Zusatzausbildung als Homöopathin und behandelte gerne pflanzlich und natürlich. Sie gab mir viele gute Tipps, wie ich eine Blasenentzündung loswerden konnte, sie hat sie nie mit Antibiotika behandelt, immer natürlich.

Aber ich kam in dieser Praxis nicht weiter und wechselte wieder, das war ich ja schon gewohnt. Die neue Gynäkologin verschreib mir sofort das Lenzetto Spray und ab da ging es deutlich bergauf. Das Lenzetto Spray ist wie das Gynokadin Gel ein bioidentisches Estradiol, ich nehme es morgens. Außerdem nehme ich Famenita, das ist der Gegenspieler Progesteron. Beide Präparate bekommt man auf Kassenrezept.

Heute weiß ich, dass manche Frauen das Gynokadin Gel nicht gut aufnehmen, diese Frauen werden mit dem Spray glücklich. Heute bin ich gut eingestellt und habe mich selbst stark mit dem Thema beschäftigt und viele Bücher gelesen. Unsere Körper sind keine Maschinen, deshalb passe ich meine Dosis regelmäßig an. Ich schaue immer, wie es mir geht und wenn ich doch mal Symptome habe, weiß ich sie zuzuordnen.

„Man dachte, wenn eine Frau blutet, ist es noch nicht so weit. Heute, also nur wenige Jahre später, sind wir im Vergleich zu damals sehr gut aufgeklärt. Wo war das ganze Wissen damals? Es ist nichts Neues, es gibt alte Bücher über Hormone, in denen all das, worüber wir heute reden, schon steht. Aber irgendwie hat sich niemand für das Thema interessiert und Frauen wollten auch nicht darüber reden.“

Du hast das Gefühl das niemand über die Wechseljahre spricht? Konntest Du nicht mit Deinen Freundinnen darüber reden?

Die Diagnose Wechseljahre bekam ich 2014, damals hat wirklich noch niemand darüber gesprochen und auch kaum jemand wusste etwas darüber. Selbst meine Mutter sagte mal, eine ihrer Freundinnen wäre noch nicht in den Wechseljahren, weil sie ja noch ihre Periode hätte. Man dachte, wenn eine Frau blutet, ist es noch nicht so weit. Heute, also nur wenige Jahre später, sind wir im Vergleich zu damals sehr gut aufgeklärt. Wo war das ganze Wissen damals? Es ist nichts Neues, es gibt alte Bücher über Hormone, in denen all das, worüber wir heute reden, schon steht. Aber irgendwie hat sich niemand für das Thema interessiert und Frauen wollten auch nicht darüber reden. Bis Dr. Sheila de Liz und andere großartige Frauen Aufklärung in Deutschland geleistet haben.

Seit ich über meine Wechseljahre rede und sie dankend angenommen habe, schreiben mir so viele Frauen, die sich von mir gesehen fühlen. Wir tauschen uns aus, ich mache jeden Monat ein Meno Shine Now Wochenende bei Instagram (oder mehr Infos hier auf dem Blog), an dem ich News und Wissen teile, ich mache Lives mit Ärztinnen, Heilpraktikerinnen, Hormon-Coaches und anderen wichtigen Accounts und spreche gleichzeitig über alles, was wichtig ist, um fit und glücklich zu bleiben.

Ich selber folge allen wichtigen deutschen Accounts die da wären: Hormonklinik, Sheila de Liz, dieAlte, Wexxeljahre, Nobodytoldme… Heute wird das Wissen weitergegeben, aber leider gibt es immer noch viele Falschinformationen, gerade außerhalb von Social Media und gerade in deutschen Arztpraxen. Immer noch ist es schwierig, Ärztinnen zu finden, die modern behandeln, die bereit sind, einen Hormonstatus zu machen und die sich Zeit für eine Frau in den Wechseljahren nehmen können. Ich glaube, es wird Zeit für eine Demo, ich wäre bereit!

„Ich möchte, dass Frauen wissen, was in ihren Körpern passiert und dass es ok ist, dass es passiert. Und dass ihnen Hilfe zusteht, wenn sie sie brauchen. Es passieren immer Wunder, wenn Frauen ihre Energie bündeln und sich zusammenschließen. „

Was möchtest Du noch deinem 40jährigen ICH gerne sagen, oder anderen Frauen die jetzt in die Wechseljahre kommen?

Eine Frau, die in die Wechseljahre kommt, ist eine Frau, deren Körper ganz deutlich zu ihr spricht. Darauf muss sie hören und 100 % bei sich bleiben. Wir haben uns als Frauen lange genug sagen lassen, dass unser Bauchgefühl und auch unsere Gefühle keine Berechtigung haben. Wir sind es gewohnt, in unserer männlichen Energie zu leben, für andere da zu sein und die Meinung anderer über unsere eigene zu stellen. Das ändert sich jetzt und der Weg ist manchmal leider so angenehm wie Geburtswehen. Aber letztendlich ist es ein wunderbarer Prozess, der uns zu der Königin unserer eigenen Welt macht. Ich hatte anfangs Schwierigkeiten, so früh in den Wechseljahren zu sein, aber ich dulde in meinem Leben nichts, was mich runterzieht. Ich habe die Wechseljahre von allen Seiten beleuchtet und viel Gutes gefunden, also habe ich meine Einstellung dazu und mein Mindset geändert.

Ich mag den Spruch „Sei Dein eigener Guru“. Mein Weg hat mich damals zuerst zu einer Gynäkologin geführt, ich habe gespürt, dass meine Symptome in diese Richtung gehen. Leider habe ich mich abweisen lassen und eine Odyssee begann. Heute würde ich darauf bestehen, richtig behandelt zu werden, heute bin ich so sehr bei mir, mein Mantra während der Zeit der vielen Symptome und Ängste war: „Bleib bei Dir, Doro“.
Ich möchte, dass Frauen wissen, was in ihren Körpern passiert und dass es ok ist, dass es passiert. Und dass ihnen Hilfe zusteht, wenn sie sie brauchen. Es passieren immer Wunder, wenn Frauen ihre Energie bündeln und sich zusammenschließen. Wir müssen über unsere Wechseljahre reden und andere Frauen erreichen, damit sich das schmuddelige Bild der Frau in der Menopause endlich ändert. Und wir sind dabei, es zu ändern, just wait!

Ich liebe die Frau, die ich heute bin. Ich bin selbstbewusster, stärker, und ich bin nicht mehr das liebe Mädchen. Ich bin frei. Sich als Frau gut und schön zu fühlen und die eigene Weiblichkeit zu feiern ist mir wichtig. Gerade wenn man die 40 überschritten hat. Oder eben wenn man in den Wechseljahren ist.

Schminktante Anja Frankenhäuser

Weitere Infos zu Doro und über ihren Blog gibt es hier:
www.nowshine.de oder auf Instagram: @nowshine

Fotos: nowshine

Vivienne Westwood

Vivienne Westwood

Ja, sie war die „Verrückte“ mit den orangenen Haaren. Aber sie war auch so viel mehr als das. Vivienne Westwood († 81) hinterließ mit ihrem Tod am 29.12.2022 wichtige Botschaften an alle Frauen …

Leben ohne Luxus

30 Jahre lang lebte die Star-Designerin einfach und bescheiden für 400 Pfund Miete in einer Sozialwohnung mit zwei Zimmern in Clapham, einem südwestlichen Stadtteil von London. Erst im Jahr 2000 konnte ihr Mann Andreas Kronthaler (57) sie zum Umzug in ihr 1703 erbautes Haus im Queen-Anne-Stil überreden. „Ich komme aus der Arbeiterklasse und habe gelernt, sparsam zu sein. Das Spielzeug haben wir aus ausrangierten Sachen vom Hinterhof gebastelt. Besitz stört mich. Er macht das Leben nur komplizierter“, erklärte Vivienne mal. Luxus war ihr nie wichtig – dafür aber die Welt zu retten. Ihre Botschaft: „Der erste Schritt zur Weltverbesserung ist die Selbstverbesserung. Statt Fleisch und Getreideprodukte esse ich Gemüse und Obst.“ Ein Auto wollte die Mode-Ikone auch nicht, sie fuhr stets Fahrrad. Außerdem spendete sie Millionen für die Rettung des Regenwaldes, protestierte gegen Fracking, für Tierrechte, für den Schutz indigener Völker, gegen Atomwaffen und, und, und…

„Mode ist sehr bedeutsam. Sie macht das Leben schöner und es lohnt sich, sie gut zu machen – wie bei allem, das uns Freude bereitet.“

Leben mit Selbstliebe

Andere versuchen, ihren Körper mit dem Älterwerden zu verstecken. Nicht so die ehemalige Grundschullehrerin: „Mein Körper hat mir immer Vergnügen bereitet“, sagte sie in einem Interview. „Ich glaube, dass ein Mann, der mich nicht jeder anderen Frau im Raum vorziehen würde, entweder verrückt oder blöd ist.“ Ja, jede Frau sollte ihren Körper lieben! Die Grand Dame des Punk provozierte sogar gern mit ihrem: 1992, als Vivienne im Kensingtonpalast zum Offizier des Britischen Empire ernannt wurde, trug sie keine Unterwäsche – und zeigte das auch den Fotografen.

 

Leben ohne Grenzen

Autodidaktisch brachte sich die Mutter von zwei Söhnen alles in Sachen Mode selbst bei. Die Wegbereiterin des Punks in der Modeszene trennte die Nähte ihrer Kleidung auf und untersuchte die Schnittmuster. Ihre Kreativität tat den Rest: Sie bemalte T-Shirts mit Phallussymbolen, verzierte sie mit Leder, Nieten und Nägeln. Sie machte den Punk gesellschaftsfähig und skandierte grafisch Slogans wie „Chaos“ oder „Destroy“ – gerne auch in Bezug auf ein Hakenkreuz. Später verband sie das Ganze mit Fetischmode und benannte ihren Laden auf der King’s Road in London, den sie in den 70er-Jahren mit Malcolm McLaren († 2010) – dem Manager der Punkband Sex Pistols – führte, schlicht in „SEX“ um. Alles darin und daran war Provokation, vom Namen über die Klamotten bis zu den Verkäuferinnen, die vielen Kunden und Kundinnen solche Angst einjagten, dass sie sich nicht trauten, den Shop überhaupt zu betreten. Viviennes Erfolg tat dieser mutige Schritt aber keinen Abbruch. Und sie hat bewiesen, dass man so vieles – auch allein – schaffen kann.

Vivienne Westwood in den 70ern (sw). Ihr Laden mit dem Namen SEX, in der King’s Road in London. BUY LESS, „Niemand braucht das alles“, so Westwood 2013. Sie war die „Verrückte“ mit den orangenen Haaren.

Leben mit einem Jüngeren

Seit 1992 liebte die Britin den 25 Jahre jüngeren Tiroler Andreas Kronthaler. Die beiden lernten sich kennen, als Vivienne Gastdozentin an der Wiener Universität für angewandte Kunst und er einer ihrer Studenten war: „Ihr hat gut gefallen, dass ich ein Fantast bin und groß denke. Sie suchte meine Gegenwart und hat sich sehr wohlgefühlt mit mir – und plötzlich waren wir ständig zusammen. Unaufhörlich.“ Er benannte das Rezept ihrer Liebe so: „Ich glaube an die Ehe als Energiequelle. Liebe verletzt einen um so viel, wie man durch Liebe geheilt wird. Eine Ehe gibt dann etwas hinzu – was vielleicht an dem Versprechen liegt. Vivienne und ich teilen alles, und das Gute wird doppelt so gut.“ Sie widerum sagte über ihren Mann, dass er „der talentierteste Mensch“ sei, den sie „je getroffen“ habe. Der Altersunterschied war beiden unwichtig. Richtig so!

 

Leben ohne Angst vor Konsequenzen

Ihr Umweltbewusstsein und die Kapitalismuskritik wirkten sich auch auf Viviennes eigenes Geschäft aus. „Niemand braucht das alles“, so Westwood 2013. Sie weigerte sich, weitere Geschäfte aufzumachen, stellte Berater ein, die ihr halfen, umweltschonender Materialien zu beschaffen, sie wollte „einfach weniger Produkte anbieten.“ Ihr Aufruf an die Konsumenten: „Kauft weniger, wählt sorgfältiger aus, nutzt es länger.“ Ein leuchtendes Beispiel für eine Frau, die Ihre Überzeugungen wirklich lebte.

Die Designerin entwarf auch Hochzeitskleider, unter anderem für die von Sarah Jessica Parker verkörperte Serienfigur Carrie Bradshaw aus „Sex and the City“. Ein Auto wollte die Mode-Ikone nicht, sie fuhr stets Fahrrad. Die Britin liebte seit 1992 den 25 Jahre jüngeren Tiroler Andreas Kronthaler.

Fotos: @the_glint.digital, @tommyvowles, @kaori.shiino, @valentino200, @dead.poets.memories, @carriebradshaws–outfits, @giannie–coupe

@viviennewestwood

Keine Angst vor den Wechseljahren! Wie Oecotrophologin Susanne Frauen aufklärt und empowert

Keine Angst vor den Wechseljahren! Wie Oecotrophologin Susanne Frauen aufklärt und empowert

Ihre persönliche Wechseljahrsbiographie liest sich wie viele: Den Begriff der „Perimenopause“ hörte Susanne zum ersten Mal mit 49 Jahren. Niemand hatte ihr erzählt, dass schon vor der letzten Periode ein so ein tiefgreifender Prozess beginnt und dass die Wechseljahre quasi die Umkehr der Pubertät sind. Über all das hatte sich Susanne (53) keine Gedanken gemacht, bis sie selbst unter anderem unter Schlafstörungen litt. Susanne suchte Hilfe und Infos, aber fand nie das Richtige. Deshalb gründete sie NOBODYTOLDME. Hier macht sich Susanne dafür stark, dass Frauen ihre Wechseljahre auch selbst mit in die Hand nehmen. Hier spricht Frau offen über alles, was diese Phase bedeuten kann. Denn die körperlichen und seelischen Auswirkungen können für jede Frau ganz unterschiedlich sein. Darüber will NOBODYTOLDME aufklären und Frauen empowern – zum Beispiel mit dem BODY RE:SET KURS. In nur 21 Tagen zeigt Dir die diplomierte Oecotrophologin Susanne (Oecotrophologinnen befassen sich mit Aufbau und Zusammensetzung von Nahrungsmitteln und kennen deren Auswirkungen auf den Körper), wie Du Dich fitter, wacher und energiegeladener fühlen kannst. Wie funktioniert das genau? Mit der richtigen Auswahl an Lebensmitteln zum Beispiel. Die positiven Folgen u. a.: Du schläfst besser und hast keinen Blähbauch mehr.

dieAlte: Die Idee hinter Deiner Seite nobodytoldme.com ist die gleiche wie bei mir. Es gab und gibt immer noch zu wenig Informationen über die Wechseljahre. Wie fing alles bei Dir an?

Susanne: Zum einen wollte ich immer etwas Eigenes machen und mit Ende vierzig gab es auch keine Ausrede mehr, warum das jetzt nicht ging. Meine Kinder waren groß und ich hatte ein bisschen Geld zurückgelegt. Und in dieser Zeit kam jemand auf mich zu, die auch unbedingt gründen wollte. Wir hatten uns regelmäßig getroffen und waren unter anderem zeitgleich auf einer Konferenz in den USA. Als wir dort gemeinsam vor einem Regal mit Maca standen – das ist peruanisches Ginseng – sagte ich: „Krass, in wie vielen Varianten es das hier im Regal gibt. In Deutschland musst du das in der letzten Ecke des Internets suchen.” Und dann fragte sie mich, wofür man das brauche. Und ich sagte: „In den Wechseljahren kannst Du schon mal das ein oder andere gebrauchen.” Und so unterhielten wir uns darüber und zwei Monate später sagte sie zu mir: „Ich weiß jetzt, was wir machen. Wir werden die Wechseljahre angehen.” Spontan dachte ich: „Ich glaube nicht.” Auch bei mir waren die Wechseljahre sehr negativ konnotiert. Aber dann haben wir uns beide intensiv mit dem Markt für Wechseljahre beschäftigt und wir bemerkten, wie wenig Gutes und Modernes es in diesem Bereich gab. Produkte mit altmodischen Namen oder mit hässlichem Design, die wir definitiv nicht aufs Kassenband legen würden. Und so beschlossen wir, das Ganze anders anzugehen. Die Idee zur Selbstständigkeit festigte sich und ich kündigte.

Ich hing also meinen Job bei Google an den Nagel, um aufzuräumen mit dem Tabu der Menopause, um aufzuklären und um Produkte und Services anzubieten, die nachweislich helfen können. Und das, damit sich nicht jede Frau ab vierzig alleine auf die Reise begeben muss. Sei es, um besser vorbereitet zum nächsten Arzttermin zu gehen, um endlich etwas zu finden, was beim Einschlafen hilft oder um einfach besser zu verstehen, was da gerade vor sich geht in unserem Körper. Die damalige Mitgründerin kam nicht mit. Das Leben kam dazwischen.

Was genau waren Deine Beschwerden und was hast Du getan, um diese in den Griff zu bekommen?
Bei mir begann es mit Anfang vierzig mit Durchschlafstörungen. Damals lebte ich gerade in Trennung und hatte einen anstrengenden Job und sicher hat das auch mit reingespielt, aber selbst als sich meine Situation beruhigte, blieb der schlechte Schlaf. Und heute muss ich dazu noch häufig nachts aufstehen, um auf die Toilette zu gehen. Sehr nervig. Außerdem veränderte sich mein Zyklus langsam, er wurde kürzer, das Blut wurde brauner. PMS schlich sich regelmäßig ein. Haut, Haare und Nägel wurden trockener. Meine Libido veränderte sich. Alles fühlte sich weniger intensiv an. Und dann mit ca. 45 Jahren begannen Konzentrationsstörungen, ich verwechselte die Namen meiner Kinder, suchte ständig meinen Schlüsselbund und war zunehmend faserig. Zuweilen fühlte sich mein Hirn wie Watte an. Mit 48 hatte ich an der linken Seite eine Schulterdachreizung und war auf dem Weg zur „Frozen Shoulder“, letztes Jahr fing es an der anderen Schulter an … Das ist ja jetzt alles nichts, wo man sagt, man ist richtig krank, aber gesund und fit fühlt sich anders an.

Es gab und gibt auch Tage, da ist mein Selbstwertgefühl im Keller und meine sonst immerwährende Energie ist einfach weg. Und das kenne ich von mir überhaupt nicht und es fällt mir auch sehr schwer, das anzunehmen.

Auch schaffte ich mit dem Fahrrad nicht mehr die gleichen Strecken wie sonst. Es war so, als ob ich monatlich weniger Muskelmasse zur Verfügung hatte. Und vor ca. zwei Jahren begann ein Brennen in der Vagina. Mir wurde dann gesagt, dass dies erst in der Postmenopause auftritt, aber es wurde eindeutig mit der vaginalen Gabe von DHEA besser. Das Präparat dazu heißt Intrarosa und die Kosten werden nicht von der Krankenkasse übernommen. 

Ich habe in den vergangenen zehn Jahren fast alles ausprobiert, was über Studien eine Wirksamkeit nachgewiesen hat. Ich habe mich noch mal mit meiner Mutter über ihre Wechseljahre unterhalten und ich habe so circa alles gelesen, was an Büchern zum Thema geschrieben wurde.

„Und dann mit ca. 45 Jahren begannen Konzentrationsstörungen, ich verwechselte die Namen meiner Kinder, suchte ständig meinen Schlüsselbund und war zunehmend faserig. Zuweilen fühlte sich mein Hirn wie Watte an.“

Hast du als Oecotrophologin eine Alternative gefunden? 
Es ist eher eine Kombination aus Dingen, die sich für mich bewährt haben.

  • Stressreduktion: Ich versuche, toxische Erlebnisse zu vermeiden und habe mir über die letzten zehn Jahre ein Umfeld geschaffen, in dem ich mich sehr wohl fühle. Das war ein Prozess, der mit einer Therapie um die Vierzig begann. Die Menschen, mit denen ich heute am nächsten bin, geben mir sehr viel und ich ihnen (also das hoffe ich zumindest).
  • Bewegung: Ich bin nicht jemand, die ins Fitnessstudio geht, aber ich nehme Gelegenheiten wahr, mich zu bewegen: ich steige Treppe statt eine Rolltreppe zu nehmen bzw. wir leben schmal und hoch mit viel täglichem Treppensteigen, ich habe vor Jahren mein Auto verkauft und fahre Fahrrad, ich mache häufig morgens das 7-Minuten-Training. Ich arbeite körperlich in meinem Garten. An manchen Tagen sammle ich am Wegrand Müll ein und komme dabei ins Schwitzen. So passt Sport besser in mein Leben.
  • An Achtsamkeit übe ich mich immer noch, ist eine tägliche Herausforderung. An guten Tagen starte ich mit Zitronenwasser und einer Meditation und im Anschluss schreibe ich mein Hirn leer. Leider sind diese Tage immer noch sehr selten.
  • Kalt duschen: Wenn ich das morgens schaffe, fühle ich mich wie King Louis. Mein innerer Schweinehund ist leider sehr mächtig, er findet immer wieder sehr gute Gründe, heute doch noch mal heiß zu duschen.
  • Ernährung: Hier bin ich vor fast zehn Jahren auf das Buch von Sara Gottfried: „Die Hormonkur” gestoßen. Eine Osteopathin hatte es mir empfohlen. Und alles darin hatte mich daran erinnert, wo ich selber herkomme. Und so bin ich zurück zu meinen Wurzeln und biete heute die Body Reset Kurse an, bei denen Frauen Schritt für Schritt ihre Ernährung umstellen.
Oh, das klingt spannend! Wie genau funktioniert das Konzept?
Das Prinzip ist sehr einfach: mehr Gutes rein und „Lebens“mittel wie Wurst, Alkohol, Zucker, Milch, Käse und Gluten raus. Auch vermeintlich Schönes wie Parfums und Nagellacke werden im Hinblick auf den Gehalt an hormonellen Störfaktoren kritisch hinterfragt. Aber es gibt für alles gesunde Alternativen. Ich arbeite lieber mit Positivlisten statt mit Verboten.
 
Wichtig dabei: alles kann, nichts muss. Es ist ein Experiment mit Dir selbst, bei dem Du herausfinden kannst, was Dir guttut und was möglicherweise auch nicht.
 
Ich bin immer wieder fasziniert, was sich bei Frauen alles in den drei Wochen körperlich und psychisch zum Positiven verändert.

Das Prinzip ist sehr einfach: mehr Gutes rein und „Lebens“mittel wie Wurst, Alkohol, Zucker, Milch, Käse und Gluten raus. (…) Wichtig dabei: alles kann, nichts muss. Es ist ein Experiment mit Dir selbst, bei dem Du herausfinden kannst, was Dir gut tut und was möglicherweise auch nicht. „

Wie sind denn die Erfolgschancen Deiner Teilnehmerinnen und was erhoffen die Frauen sich da.
Mit dem Begriff „Erfolg” bin ich ein bisschen vorsichtig. Das steckt immer gleich auch so ein Leistungsaspekt dahinter. 

Die Wechseljahre werden ja individuell ganz unterschiedlich erlebt und so kommt jede Frau mit ihrem eigenen Thema. Die eine möchte die anstehende Ausschabung der Gebärmutter vermeiden und auf natürlichem Wege versuchen, die zu hohe Schleimhaut zu reduzieren und die andere möchte von diesen Sturzblutungen runterkommen. Wiederum eine andere hat eine Autoimmunkrankheit und die Schulmedizin konnte ihr nur bis hierhin helfen. Viele Frauen nervt auch der größer gewordene Bauchumfang oder insgesamt die Zunahme an Körpergewicht. Und andere wollen sich einfach gesünder ernähren, aber wissen bei all den Angeboten da draußen nicht, was denn jetzt wirklich gesund ist und was sie besser lassen sollten. Es kommen auch Frauen, denen es in der Gruppe leichter fällt, Gewohntes auszugeben, als alleine.

Ich bitte immer am Ende um Feedback zum Kurs. Mittlerweile haben sich auch 94 Frauen auf Trustpilot zu NOBODYTOLDME geäußert. Die meisten davon sind Teilnehmerinnen des Body Reset Kurses. Wir erhalten dort 4,9 von 5 Sternen, was mich natürlich riesig freut.

Was rätst Du Frauen, die merken dass sie doch schon vor ihrem 50sten Lebensjahr in den Wechseljahre (Perimenopause) sind und etwas unsicher sind was jetzt zu tun ist?
Es sind ja fast alle Frauen schon vor dem 50. Geburtstag in der Perimenopause. Zum Glück haben nicht alle Beschwerden. Vor allem diejenigen mit einer Hormonspirale oder der Pille merken meist kaum etwas. Das ist jetzt aber keine Empfehlung für Progesteronderivate. 

Ich wünsch mir für alle Frauen, dass sie keine Angst vor den Wechseljahren haben. Angst ist eine schlechte Beraterin. Ich wünsch mir für sie, dass sie gut aufgeklärt und sich selbst wertschätzend durch die Wechseljahre gehen. Daraus ergibt sich alles andere. Sie werden dann spätestens jetzt anfangen, Stress zu reduzieren, sich gesünder zu ernähren, sich regelmäßig zu bewegen und insgesamt achtsamer mit sich umzugehen. Ich wünsche ihnen auch, dass sie eine erfahrene Gesundheitsberaterin an ihrer Seite haben. Denn die wird die ein oder andere in den nächsten Jahren brauchen.

Und wenn es ihnen gut geht, dann brauchen sie außer der regelmäßigen Vorsorge nichts weiter zu tun. Die Wechseljahre sind ja keine Krankheit per se und ein Drittel von uns hat auch überhaupt keine gesundheitlichen Probleme damit.

„Ich wünsch mir für alle Frauen, dass sie keine Angst vor den Wechseljahren haben. Angst ist eine schlechte Beraterin. Ich wünsch mir für sie, dass sie gut aufgeklärt und sich selbst wertschätzend durch die Wechseljahre gehen.“

Was würdest Du heute Deinem 40jährigem Ich sagen?
Du kannst alles schaffen, wenn Du an dich glaubst.

Schminktante Anja Frankenhäuser

Weitere Infos  über NOBOSYTOLDME und den BODY RE:SET KURS findet ihr hier:
www.nobodytoldme.com oder hier auf Instagram: @_nobodytoldme_

Fotos: HelenFischer.com

Menopause? Bleib cool, Baby!So werden die Wechseljahre zum guten Abenteuer

Menopause? Bleib cool, Baby!
So werden die Wechseljahre zum guten Abenteuer

Sie selbst hat die Zeit der Wechseljahre als eine des Wandels und der gemischten Gefühle erlebt – oft zum Verzweifeln, aber in der Regel zum Lachen, Augenrollen und: weitermachen. Nina Goldhammer (51) hat Seiten an sich entdeckt, die ihr selbst völlig neu waren. Einige davon liebte die Bloggerin auf Anhieb, mit anderen musste sie sich erst anfreunden. Noch länger hat sie sich die Frage gestellt, ob das, was sie gerade fühlt und erlebt, überhaupt noch zu ihrer Persönlichkeit gehört oder ob das einfach nur die Hormone sind. Heute weiß Nina, wie lächerlich die Frage eigentlich war, denn die Autorin sieht das heute so: Ganz gleich, wo es herkommt: Das alles bist Du. Dieser ganze Wandel, den Du durchmachst, sorgt auch dafür, dass das Korsett aus angepassten Verhaltensweisen, Denkmustern, Zweifeln, unbequemen Klamotten, zweifelhaften Pflichten und eigener Karrieregeilheit deutliche Risse bekommt. Und wenn die ersten Herausforderungen, die so was unweigerlich mit sich bringt, einmal gemeistert sind, wirst Du feststellen, dass unter dieser 30er- oder 40er-Schale ein erfahrener, gelassener und selbstsicherer Mensch zum Vorschein kommt, der sich nicht mehr vieles sagen lässt und bereit ist für neue Abenteuer.

dieAlte:„Alles in allem fühlt es sich ein bisschen an wie in der Pubertät, nur krasser und besser gekleidet.“ Das ist ein Satz aus deinem Buch „Cool bleiben! Das sind doch nur die Wechseljahre“. War es auch so bei Dir? Wie in der Pubertät nur krasser?

Nina: Ja, genauso! Ich habe die erste Zeit der Wechseljahre als eine empfunden, in der ich mich komplett transformieren musste, weil sich der Weg, den ich eingeschlagen hatte, plötzlich nicht mehr richtig anfühlte. Auf einmal habe ich mir ganz viele zentrale Fragen gestellt: Mache ich das, was ich tagtäglich mache, eigentlich noch gern? Erfüllt mich mein Job? Ist das, was ich den Menschen seit Jahren als meine Leidenschaft verkaufe, eigentlich wirklich noch meine Leidenschaft?

Ich war 48, Führungskraft in einer Werbeagentur und zum ersten Mal in meinem Leben regelrecht verzweifelt aus der Spur geraten. Wenn Du auf einmal das Gefühl hast, in die falsche Richtung unterwegs zu sein, nützt dir auch dein schöner Sportwagen nichts mehr.

Ich habe gekündigt und mich selbstständig gemacht. Das war hart und schön zugleich. Ich bin in ein gutes Abenteuer nach dem anderen hineingeraten.

Perfektes Stichwort, das Abenteuer, welches ist Deins?

Wo soll ich anfangen? Ich habe einen Blog gestartet, der heute unter www.nina-gold.de den modernen 50 plus Lifestyle kultiviert, den ich und viele Frauen leben. NINA GOLD zeigt, wie schön und gelassen wir alle älter werden können, wenn wir uns mal locker machen. Durch den Blog habe ich nicht nur ganz großartige Menschen (wie dich: -)) kennengelernt, sondern ich habe auch zu meiner eigenen Stimme zurückgefunden. Das Bloggen hat mir mein kreatives Leben gerettet.

Ein weiteres Abenteuer ist mein Buch „Cool bleiben! Es sind doch nur die Wechseljahre“. Es ist eine Sammlung aus Momentaufnahmen, viele davon habe ich selbst erlebt, einige habe ich bei Freundinnen aufgeschnappt. Mir war wichtig, dem Raum zu geben, was in Deinem Kopf und in Deinem Herzen vorgeht, und das ist eine ganze Menge, wenn Du in den Wechseljahren bist. Wir kennen über 30 Symptome, aber das Gefühl, wenn Du aus dem Kokon Deiner 40er in Deine neue zweite Lebenshälfte steigst, ist schwer mit einem einzigen Wort zu beschreiben. Ich habe mehrere Kapitel gebraucht.

Darüber hinaus habe ich mit 50 angefangen, als Bestager Model zu arbeiten. Wie vieles in meinem Leben war das Zufall und hat mir von der ersten Sekunde an totalen Spaß gemacht. Da ich seit über zwanzig Jahren in der Werbebranche arbeite, war ich zwar mit Shootings vertraut und fühle mich in dieser Welt auch zu Hause. Aber ich hätte nie gedacht, dass es mich mal für Marken wie Gitti oder Paula’s Choice vor die Kamera verschlägt.

„Wir kennen über 30 Symptome, aber das Gefühl, wenn Du aus dem Kokon Deiner 40er in Deine neue zweite Lebenshälfte steigst, ist schwer mit einem einzigen Wort zu beschreiben.“

Superspannend, gab es aber auch Momente, wo Du mit Dir gestrugglet hast? Wo es nicht so rund lief oder mehr holperte?
Ja, einige. Viele. Ich bin ein Mensch, der sich immer ganz stark von seiner Intuition hat leiten lassen. Plötzlich war dieser innere Kompass komplett im Off, und ich hatte große Probleme, mich in meinem eigenen Leben zu orientieren.
Dazu kamen Symptome, die ich nicht als solche erkannt habe: Ich hatte starke Konzentrationsprobleme und null Bock mehr auf nichts. Wenn mir jemand angeboten hätte, alles einfach hinzuschmeißen, hätte ich das bestimmt gemacht. Hab ich ja auch irgendwie zunächst : -)

Als auch noch Schwindel dazukam, bin ich zur Ärztin, die eine Schilddrüsenunterfunktion (Hashimoto) festgestellt hat. Ich habe angefangen, mich intensiv mit meinen Symptomen zu beschäftigen, habe meine Ernährung umgestellt und bin heute symptomfrei.

Ganz schlimm fand ich auch, dass das, was ich gegessen habe, sich doppelt und dreifach auf meinen Hüften wiederfand und da auch nicht mehr wegwollte. Ich habe mich plötzlich unwohl in meiner Haut gefühlt, das war auch eine Premiere für mich.

Du hast Deine Ernährung umgestellt, wieso hast Du das gemacht, gab es bestimmte Anzeichen wie Unverträglichkeiten?

Da ich mein Leben lang gesund war, hat es mich total getroffen, dass ich jetzt mein Leben lang Schilddrüsenhormone nehmen sollte. Ich habe angefangen, Blogs zum Thema Hashimoto und Wechseljahre zu lesen und mit einer neuen Ärztin und einer Heilpraktikerin Wege gefunden, um meine Werte deutlich zu verbessern. Das ist natürlich ein Weg, den musst du gehen wollen. Ich esse kein Gluten und keine Kuhmilchprodukte, trinke keinen Kaffee und Alkohol auch echt selten. Aber da ich mich dadurch sehr viel besser fühle, betrachte ich nichts davon wirklich als Opfer, im Gegenteil. Als ich dann mal auf Matcha-Tee umgestellt hatte, hab ich mir auch eingestanden, dass mir Kaffe eigentlich nie so richtig gut geschmeckt hat 🙂

Was sollte Frau ab 50 in ihre Tagesroutine einbauen?
Bewegung an der frischen Luft. Ich habe mit dem Golfen angefangen, das gibt mir total viel. Mal abgesehen vom Spaß und der Rumlatscherei im Grünen ist der Golfplatz eine handyfreie Zone. Ich liebe es, wirklich raus aus dem Alltag zu sein.
Außerdem würde ich jeder Frau empfehlen, ihren Stress um 50 % zu reduzieren. Klingt stressig, ist aber so. Ich habe irgendwann gemerkt, dass ich Stress nicht mehr so gut vertrage, das ist ja auch so ein hormonelles Ding. Daher: Nimm dir Ruhepausen, das bleibt nämlich jetzt erst mal so. Entrümple dein Leben von allem, was dich runterzieht, aufregt, unnötig stresst, was du sowieso schon seit Jahren nur noch mitschleppst.
Und drittens: Zieh nur noch Sachen an, die dich glücklich machen. Wenn nicht jetzt, wann dann. Geh ins Theater. Lache.

„Ich habe irgendwann gemerkt, dass ich Stress nicht mehr so gut vertrage, das ist ja auch so ein hormonelles Ding. Daher: Nimm dir Ruhepausen, das bleibt nämlich jetzt erst mal so. „

Hast du deine Probleme mit den Wechseljahre auch immer mit Deinen Freundinnen besprochen?
Ja, klar. Ich habe eine beste Freundin, die ich schon seit dem ersten Tag der Grundschule kenne, also seit über 45 Jahren. Mir ihr habe ich viel darüber gesprochen, aber ich rede auch ganz offen mit anderen Freundinnen, 50plus Bloggerinnen oder Arbeitskolleg:innen darüber. Anfangs war es allerdings eher so, dass ich das, was mit mir passierte, gar nicht mit den Wechseljahren in Verbindung gebracht habe.

Meine Symptome waren ja eher diffus, und mit Konzentrationsschwierigkeiten und Erschöpfung gehste nicht gleich zum Frauenarzt oder zu Freundinnen. Du denkst eher Sachen wie: Ich habe keine Lust mehr auf meinen Beruf. Ich hab einfach zu wenig geschlafen. Ich bin grad nicht gut genug für das Projekt. Ich lass mich zu sehr ablenken.

Leider ist es unter Frauen auch ganz normal, dauererschöpft zu sein. Dagegen müssen wir dringend etwas unternehmen. Bei Hitzewallungen, Schweißausbrüchen und Schlaflosigkeit bin ich eher eine langweilige Gesprächspartnerin. Ich schlafe wie ein Stein, und wenn mir mal heiß wird, finde ich das eher gut.

„COOL BLEIBEN! Das sind doch nur die Wechseljahre“ ist ein kurzweiliges Geschenk mit Augenzwinkern: Es sorgt bei deiner Schwester oder besten Freundin für ein wissendes Lächeln oder ein bestätigendes Nicken oder einfach das tröstliche Gefühl, mit der ein oder anderen Begleiterscheinung der Wechseljahre nicht allein zu sein. www.geschenkverlage.de oder www.nina-gold.de

Wie kam es dazu, dass Du das entzückende Buch „Cool bleiben! Das sind doch nur die Wechseljahre“ geschrieben hast?
Der Verlag hat mich angesprochen, und ich hab sofort ja gesagt. Ich glaube, sie kamen über meinen Blog www.nina-gold.de auf mich. Aber sicher bin ich mir nicht (Vergesslichkeit ist ja auch so ein Symptom …)

Gibt es auch Kapitel, die autobiografisch sind? Hast Du einiges davon erlebt?
Ja, einiges. Mein liebstes Kapitel handelt von unserem großen Sohn, es heißt: „Kinder, wie die Zeit vergeht“. Es ist eine Geschichte darüber, wie ich in unserem Flur in seinen Schuhen stehe, während er mit seinen Freunden unterwegs ist und ich ganz melancholisch werde, weil er gefühlt in Sekundenschnelle erwachsen geworden ist.

Als ich die Illustration des Jungen in dem Kapitel zum ersten Mal gesehen habe, war ich ganz gerührt, weil die Zeichnung ihm aus purem Zufall ziemlich ähnlich sieht.

Einigen meiner Freundinnen habe ich verraten, welches Kapitel ihnen gewidmet ist. Andere Kapitel sind frei erfunden oder ein Mix aus Fantasie und Realität.

Meine Lieblingskapitel sind „No Drama Lama!“ Und „Back to Business!“
Welche Kapitel magst du noch?

Ich liebe das Lama in „No Drama Lama!“:-) ansonsten mag ich das Kapitel „Bye, bye Periode!“, das übrigens das erste war, das ich für das Buch geschrieben habe. Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, dass es ein Leben nach der Periode geben könnte. Nun ist sie seit weit über einem Jahr weg, und ich denke heute noch manchmal: „Yeah! Ich kann das jetzt einfach anziehen/schwimmen gehen, wie super ist das denn!“ Und ich finde immer noch Tampons in meinen Handtaschen …

„Leider ist es unter Frauen auch ganz normal, dauererschöpft zu sein. Dagegen müssen wir dringend etwas unternehmen.“

Schminktante Anja Frankenhäuser

Welchen Rat würdest Du Deinem jüngeren Ich mit auf den Weg geben?
Schau nicht zurück. Bleib gelassen. Beschäftige dich nicht allzu sehr mit dem Älterwerden, sondern mach es zu deinem neuen Lifestyle. Die Wechseljahre sind eine Reise, aber ich bin dankbar für den Weg, den ich gehen darf und hoffe, er führt mich und uns alle noch durch viele schöne Abenteuer.

Weitere Infos zu Nina und über ihren Blog gibt es hier:
www.nina-gold.de oder auf Instagram: @ninagoldhammer

Fotos: Nina-Gold, Linda Schäfer für The Female Company